Review

Wieder einmal verheizt hier ein relativ neuer Mann in Hollywood ein sattes Budget um bekannte Schauspieler in einem sinnlosen Spektakel rumballern zu lassen. Es ist immer wieder aufs Neue erstaunlich, wie sich Regisseure wie Jonathan Liebesman zuerst auf kreatives Material beschränken und mit geringen Mitteln versuchen die Aufmerksamkeit Hollywoods auf sich zu ziehen um dann, sobald sie richtig auf den Putz hauen dürfen, all ihre sinnlosen Phantasien auszuleben.

Dabei beginnt World Invasion: Battle Los Angeles wirklich vielversprechend. In der Tat sogar so vielversprechend, dass die ersten zwei Minuten Prolog die besten des Films sind und erscheinen, als wären sie aus einem anderen Stoff geschneidert. Man hört und sieht einige Fetzen aus Nachrichtensendungen, die verkünden, dass überall auf der Welt Meteoritenhagel niedergegangen sind, die sich als die Ankunft außerirdischen Lebens entpuppen. Man sieht verwackelte Bilder von fliehenden Menschen, grünstichige Aufnahmen aus den Kampfzonen und verängstige Marines, die zu ihrem Einsatz im Krisengebiet aufbrechen. Dadurch wird kurzzeitig eine atmosphärische Dichte erreicht, die wirklich lobenswert ist. Die Nachrichtensprecherin verkündet es: Die Menschheit befindet sich im Krieg. Leider erfüllt der Film dann keine dieser Erwartungen.

Es folgt eine Rückblende auf T-Minus 24 Stunden bis zur Ankunft des Feindes. Michael Nantz (Aaron Eckhart), der nach 20 Jahren und unzähligen Auszeichnungen als Marine eigentlich seinen Dienst quittieren will, wird zunächst zu einer harmlosen Evakuierungsoperation gerufen. Anlass sind mögliche Schäden durch die Meteoriteneinschläge. Schnell entpuppt sich diese vermeintlich einfache Operation als ein Horrorszenario. Als stellvertretender Gruppenleiter macht er sich mit einem Trupp US-Marines auf ins Krisengebiet um Zivilisten zu evakuieren. Es bleiben drei Stunden, dann soll das Gebiet großräumig bombardiert werden. Ab diesem Zeitpunkt verliert sich der Film in einer Aneinanderreihung von Actionszenen, die immer und immer wieder dasselbe Szenario enthalten. Einiges davon sieht zwar ganz nett aus, lässt den Zuschauer aber recht schnell ermüden und reicht definitiv nicht aus um die Laufzeit von fast zwei Stunden ohne Längen zu überbrücken. Die emotionalen Szenen wirken arg erzwungen, können daher fast gar nicht überzeugen und holen uns keine Sekunde aus dem öden Trott der Actionszenerien heraus. Zeitweise vergisst man sogar, dass es sich hierbei um einen Science-Fiction Film handeln soll, denn es wirkt eher wie ein Kriegsfilm in dem die Feinde eben rein zufällig von einem anderen Planeten kommen. Zu Beginn hatte ich gehofft, der Film bezieht sich teilweise auf die gesellschaftlichen Aspekte des Krieges, behandelt auf emotionaler Ebene das Grauen einer solchen Invasion und zeigt die Verzweiflung der Bevölkerung á la Kampf der Welten von 1953, doch nichts davon traf ein. Stattdessen zielt der Regisseur auf Effekthascherei ab.

Besonders plump erscheint außerdem von der ersten Minute an die Kameraführung. Filme wie Neill Blomkamps District 9 verwendeten ebenfalls hauptsächlich Handkameras und erzeugten dadurch, neben dem Stil als Mockumentary, Authentizität und Atmosphäre. Hier ist die Handkamera jedoch über weite Strecken völlig Fehl am Platz. Besonders in den ersten Minuten nach dem Prolog nervt das ständige Gewackel ebenso wie der zahlreiche Einsatz des Zooms und die teilweise unpassenden Schnitte. In eigentlich betont emotionalen Momenten wird dadurch jeglicher Anflug von bedrückender Atmosphäre im Keim erstickt. Kurzzeitig hatte ich das Gefühl, der Kameramann justiert während des Drehs seine Kamera neu. Alles in allem enttäuscht dieser Science-Fiction Film.

Fazit: Jonathan Liebesmans World Invasion: Battle Los Angeles verschleudert sein Budget ausschließlich für ein paar bekannte Schauspieler und einiges an Effekthascherei. Nach dem guten Start sinkt das Niveau schnell und man verliert das Interesse aufgrund sich wiederholender Actionszenen. Auch von einem Actionfilm kann ein Minimum an intelligenter Story erwartet werden.

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