"Propaganda pur!"
Wie kommt ein Regisseur wie Jonathan Liebesmann (Texas Chainsaw Massacre: The Beginning) dazu, einen reinen Werbefilm für das amerikanische Militär zu drehen, versteckt in einem angeblichen "Science-fiction-Katastrophenfilm"?!
Die Story ist schnell erzählt: Außerirdische greifen die Erde an, um sich ihrer Ressourcen zu ermächtigen. Staff Sergeant Michael Nantz (Aaron Eckhart), stellvertrender Gruppenführer einer Infantrie-Einheit des United States Marine Corps, der eigentlich seine Laufbahn beim Militär beenden möchte, bekommt den Auftrag, Zivilisten aus einer Polizeistation in Santa Monica zu evakuieren, bevor die US Air Force die Stadt um 17 Uhr dem Erdboden gleichmacht.
Mal davon abgesehen, dass die Geschichte an sich nicht unbedingt die schlechteste ist, obgleich man es in Filmen wie "Independence Day" schon in ähnlicher Form gesehen hat, und zwar besser, beschränkt sich dieser Film lediglich auf die Darstellung des US-Militärs, welches als Weltretter und heldenhaft dargestellt wird.
Zwar fängt der Film wirklich vielversprechend an, denn zu Beginn sind einige Fetzen aus Nachrichtensendungen zu sehen, die aus verschiedensten Orten der Welt senden, an denen Meteoritenhagel niedergehen, Aufnahmen aus den Kampfzonen werden gezeigt, und verängstigte Zivilisten sowie Marines fürchten um ihr Leben.
Jedoch verirrt sich der Film relativ schnell in Szenen und Handlungsstränge, in denen die Marines als heldenhaft wie eh und je dargestellt werden. Die anfänglich gute und düstere Atmosphäre wird somit sehr schnell zerstört und kann sich zu keiner Zeit wieder aufbauen.
Ebenfalls negativ anzumerken ist die Kameraführung, welche zu Beginn noch authentisch und nicht zu aufgesetzt wirkt, sich im Laufe des Films allerdings als sehr nervig und unnötig erweist - es wackelt andauernd, der Zoom kommt viel zu oft zum Einsatz, und es sind nie andere Menschen im Blickwinkel, der Fokus beschränkt sich nur auf die Marines.
Dazu kommt, dass sich unlogische oder unschlüssige Szenen ereignen: Von jetzt auf gleich haben die Marines, zusammen mit den zu rettenden Zivilisten, die Gefahrenzone (die zu bombardierende Stadt Santa Monica) verlassen und befinden sich in "Sicherheit", in einer Art Kiosk oder Supermarkt - ist schon klar! Hier lauschen sie dem anstehenden Bombardement, das allerdings nicht ertönt. Natürlich möchten sie erfahren, warum die Air Force die Stadt nicht ausgelöscht hat. Also gehen sie gefühlte zwei Schritte weiter und stehen urplötzlich genau neben dem Flugplatz der Air Force - welcher logischerweise schon längst dem Erdboden gleichgemacht wurde, ohne dass irgendjemand etwas davon erfahren hat.
Im Affenzahn nähert sich schließlich das Ende des Films, denn die Marines kommen ganz "zufällig" darauf, wo sich die Kommandozentrale für die umherschwirrenden Kampfdrohnen befinden könnte. Total dämlich!
Die Schlusssequenzen sind dann nochmal von unglaublicher Heldenhaftigkeit des Marine Corps geprägt, insbesondere die des Staff Sergeant's Michael Nantz, welcher einmal mehr, obwohl er ja so intensiv an den Folgen, dem Tod einiger seiner ehemaligen Soldaten in einem Kampfeinsatz, leidet, als Erster durchstartet, um Los Angeles von der außerirdischen Invasion zu befreien!
Jonathan Liebesman hat es mit World Invasion: Battle Los Angeles geschafft, einen total sinnfreien und absolut dämlichen Militärpropaganda-Film, versteckt in einem "Fake-Science-fiction-Katastrophenfilm", zu produzieren, der trotz seiner tollen Effekte und einem unglaublichen Ballerfeuerwerk nur ein weiterer Kandidat für die "verschwendete Zeit"-Halle ist! 3/10