Seit Mitte 2010 fieberte ich diesem Streifen entgegen, sog jede Information und jedes Bild auf wie ein Schwamm. Eine Mischung aus "Independence Day" und "Black Hawk Down", die rabiate Invasion der Erde aus der Perspektive einer kleinen Einheit von Soldaten mitten im Schlachtfeld L.A. - so war es angekündigt. Angekündigt vor allem mit fantastischen Bildern und herrlichem Score! Ja, ich war begeistert, gefangen im Netz der Vorfreude und natürlich wuchsen die Erwartungen von Tag zu Tag.
Und dann Läuft er an - das Warten hat ein Ende, im Saal wird's dunkel und der Film beginnt. Und er fängt sogar sehr vielversprechend an. Man wird direkt ins Geschehen geworfen, keine langen Vorreden und das bisschen obligatorisches Ami-Patriotismus-Gesülze konnte man auch noch mühelos wegignorieren! Dann ging's los - die Invasion. Gigantisch inszeniert, Schnappatmung erzeugend und mit Gänsehaut-Garantie. Die Landung der Marines kommt der in "Black Hawk Down" von Spannung, Dramatik und Action her sehr nahe - und jeder, der clever ist verlässt, zu diesem Zeitpunkt am besten den Saal oder schaltet die Glotze ab! Alles was folgt ist ein reines Ärgernis!
Die Überdosis Action weiß natürlich zu gefallen und die Augen zu begeistern - ist aber eine Überdosis per Definition! Soll heißen: Die Action wird ob der Masse und Häufigkeit von "Booms" und "Pengs" richtig langweilig - kein Scherz (!): öde Action!!! Zu allem Übel ist dann wohl noch ziemlich spät jemandem in der Crew aufgefallen, dass man das ganze patriotische Gedöns am Anfang vergessen hatte. Logische Konsequenz: man bappt das in doppelter Ladung in die Mitte und ans Ende (ja, dafür muss die Action ein wenig runtergeschraubt werden). Tatsächlich wird "doppelte Ladung" sogar wörtlich genommen und findet seine Krönung in einem patriotischem Monolog auf Vaterland und Gloria dem direkt im Anschluss vom selben Redner ein weiterer triefender Monolog folgt! Kein Scheiß!
Ach ja, die Invasion lief ja parallel dazu auch noch weiter. Die ist natürlich herzerfrischend erbarmungslos und wirklich, wirklich hübsch anzusehen - im Gros aber auch nichts weltbewegend Neues. Überhaupt verläuft der Film ab der Hälfte der Spielzeit nur noch in gewohnten Bahnen -"Lasst mich hier liegen! Was zählt ist die Mission!"- und ist dann auch entsprechend vorhersehbar. Im Ganzen handelt es sich bei Battle:L.A. (welches kurz vor Release noch aus potenziellen Franchise-Gründen in "Worldinvasion: Battle L.A." umbenannt wurde) um ein reines Ärgernis! Ein furchtbarer Film der einem kostbare Lebenszeit raubt. Man kann auch versuchen einen Porno am Stück zu sehen. Nach 10Minuten ist der Teil, der Spaß macht, abgehakt und der Rest ist immer das Selbe und langweilig, weil man nicht mitmachen darf. Das Gequatsche kann man sich nicht anhören, heiraten tut am Ende auch keiner: 3/10 Punkte