Normalerweisen finden Invasionen von Außerirdischen nur in den USA statt, doch diesmal wird gleich die ganze Welt angegriffen. Aber dem Titel "Battle Los Angeles" entsprechend, konzentriert man sich nur auf die Schlacht in Los Angeles. Dabei dürften einem die schlechten Kritiken schon auf das Schlimmste vorbereiten, besonders in Punkto Pathos hat man wieder ordentlich zugelangt. Was hier für patriotische Motivationsreden gehalten werden, geht wahrlich schon ins Lächerliche und überhaupt werden Amerikas Marines mal wieder als benzinsaufende Helden dargestellt, die mit größter Freude ihr Leben für das eigene Land lassen. Man kann eigentlich nur noch mit dem Kopf schütteln, das kann doch keiner ernst nehmen, selbst in den Staaten waren die Kritiken vernichtend. Regisseur Jonathan Liebesman (Texas Chainsaw Massacre: The Beginning, Der Fluch von Darkness Falls) sollte lieber dem Genre Horror treu bleiben, obwohl man eigentlich Drehbuchautor Chris Bertolini (Wehrlos - Die Tochter des Generals) die größten Vorwürfe machen sollte. Weniger pathetisches Gelaber, besser ausgearbeitete Figuren und vor allem weniger Logikpatzer hätten "World Invasion" gut getan. Auch Liebesman hat so seine Mühen das Ganze ansprechend zu inszenieren. Doch mit der Handkamera, ständigen Positionswechseln und einer Doku ähnlichen Inszenierung erreicht er meist nur Unübersichtlichkeit.
Der gesamte Planet Erde wird von einer außerirdischen Invasion heimgesucht. Taktisch werden zuerst die großen Metropolen angegriffen, die Artillerie der Menschheit scheint machtlos zu sein. Mitten in Los Angeles versucht Staff-Sgt. Michael Nantz (Aaron Eckhart) mit einer Gruppe von Marines einige Zivilisten zu evakuieren. Ständig werden sie durch den Kontakt mit den Außerirdischen dezimiert, jedoch gelingt es ihnen trotzdem die Zentrale der Invasoren aufzuspüren. Mit ihrer Zerstörung könnten sie eine Wende im ungleichen Krieg herbeirufen.
Bevor die Invasion mit viel Getöse beginnt, gibt es die wichtigsten Charaktere im Schnellverfahren. Besonders Staff-Sgt. Michael Nantz wird hervorgehoben, der jedoch mit seinem letzten Einsatz zu kämpfen hat, wo er einige Männer verlor. Die restlichen Marines der Truppe sind und bleiben völlig uninteressant und Liebesman hält sich auch nicht länger mit ihnen auf, sondern geht ans Eingemachte. Die Invasion beginnt mit einem angeblichen Meteoritenschauer, doch in Wirklichkeit handelt es sich um Kampfschiffe der Außerirdischen. Die Chose ist durchaus zackig erzählt, spannend wird es aber kaum. Schnell sind die Marines auf sich allein gestellt, ein paar Zivilisten können geborgen werden, darunter auch drei Kinder, um die Sache etwas interessanter zu gestalten. Doch die oft einfältigen und patriotischen Dialoge nebst ein paar Emotionen sind nur Lückenbüßer zwischen den zahlreichen Gefechten.
Natürlich sind die Marines den außerirdischen Soldaten unterlegen, jedoch gelingt es Nantz herauszufinden, wo sie ihre empfindliche Stelle haben. Und so darf im Dauertakt geballert und in die Luft gesprengt werden, wobei das Kampfgetümmel oft sehr unübersichtlich ist. Die Effekte sind größtenteils auf gutem Niveau und gerade der Sound haut mächtig rein. Besonders das Gefecht auf dem Highway ist Liebesman gut gelungen, wobei man sich stets fragt, wo die Marines die ganze Munition mit sich herumschleppen, die sie während der Kämpfe verballern. Natürlich hat man sich irgendwann an den Schlachten sattgesehen und Liebesman hat hier teilweise enorme Probleme, Abwechslung ins Kampfgeschehen zu bringen. So wird die Truppe um Nantz kontinuierlich kleiner, ein paar Helden die sich freiwillig opfern sind auch wieder dabei und natürlich muss sich Nantz erst noch beweisen, weil er beim letzten Einsatz einige Fehlentscheidungen traf. Richtig unlogisch wird es dann im Finale, denn komischerweise ist die Zentrale der Außerirdischen schlecht bewacht und warum haben die Invasoren nicht erst das Militär plattgemacht, bevor man wild in die Städte einfällt.
Aaron Eckhart (The Dark Knight, Black Dahlia) macht seine Sache als kerniger Staff-Sgt. Nantz sehr gut, während Michelle Rodriguez (Machete, The Breed) ihre übliche starke Frauen rolle zu teilnahmlos runterkurbelt. Die restlichen Figuren bleiben im Hintergrund und auch völlig uninteressant, erwähnenswert ist noch Bridget Moynahan (Unknown, Prey) als Zivilistin Michele.
Pathos vom Scheitel bis zur Sohle, außer Aaron Eckhart sehr schwach besetzt und überhaupt reißt einem "World Invasion" kaum mit. Immerhin von Liebesman mit ordentlich Tempo erzählt, doch selbst die lauten und explosiven Gefechte vermögen irgendwann zu langweilen und einem triefigen Happy End steht nichts im Weg. Dank guter Effekte zumindest was für die Augen, auch wenn es teilweise sehr unübersichtlich zugeht.