Review

Manche Sprichworte treffen auch auf Regiedebütanten zu. Schuster, bleib bei deinen Leisten bezieht sich in diesem Fall auf Tim Martin, der eigentlich für Spezialeffekte und Make-up zuständig ist und für bekannte Werke wie „Krieg der Welten“, „Hellboy“ oder „Superman Returns“ mehr als ordentliche Arbeit leistete.
Bezeichnenderweise sind die wenigen Effekte auch im vorliegenden Streifen das einzig Sehenswerte.

Tampa Bay, Florida: Teile eines Meteoriten stürzen ins Meer und verseuchen die Fische, von denen einer in Vals Magen landet. Als Managerin eines schlüpfrigen Nachtclubs warten die letzten Angestellten und Gäste auf Val und den Schlüssel für die Ausgangstür, doch die Frau befindet sich bereits in der Metamorphose, denn der Parasit sucht weitere menschliche Körper…

Nach nur wenigen Einstellungen außerhalb des Etablissements verweilt die Geschichte bis zum Schluss im selbigen, was nicht gerade für Abwechslung sorgt, denn was primär fehlt ist Bewegung. Anstatt nach Val zu sehen, die mit schweren Magenkrämpfen auf der Toilette verschwindet, verweilt man an der Bar, macht eindeutige Angebote oder spielt Karten. Als die Bedrohung schließlich Gestalt annimmt, könnte sich die Gruppe wenigstens notdürftig bewaffnen, einen zweiten Ausgang oder ein Telefon suchen, doch nichts von alledem geschieht.

Stattdessen wird man mit Darstellern auf Anfängerniveau konfrontiert, von denen es nicht einer schafft, auch nur alltägliche Gegebenheiten glaubwürdig umzusetzen.
Hinzu kommen über weite Teile ordinäre und gleichermaßen niveaulose Dialoge, unpassende Bemerkungen und selten dämliche Reaktionen auf die immer prekärer werdende Situation.
Entsprechend kristallisiert sich auch kein Sympathieträger heraus, da niemand wirklich entschlossen handelt, von rationalen Aktionen ganz zu schweigen.

Einzig der wurmartige Parasit, der sich im Brustkorb bei Val einnistet und die infizierten Opfer zu weiteren Mutanten werden lässt, ist einigermaßen ordentlich in Szene gesetzt und auch das finale Monster ist für das geringe Budget recht phantasievoll ausgefallen.
Das ändert jedoch nichts am miserablen Gesamteindruck, denn tatsächlich kommt erst zum Finale ein wenig Tempo ins Spiel, wobei die Minuten nach dem eigentlichen Showdown wiederum völlig vergeigt sind und noch nicht einmal so etwas wie eine Pointe aufweisen.

Tim Martins Regiedebüt untermauert in fast allen Belangen, dass der Mann weiterhin und ausschließlich für Effekte zuständig sein sollte, anstatt drittklassige Drehbücher viertklassig umzusetzen. Der Streifen lässt Spannung und Atmosphäre komplett vermissen, Humor ist ebenfalls an keiner Stelle auszumachen und für das bisschen halbnackte Haut sind es die 78 Minuten wirklich nicht wert, zumal die Damen nicht gerade als Vorzeigeobjekte in Sachen Erotikmodell durchgehen…
2,5 von 10

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