Review

„Timelock“ ist ein Sci-Fi-Actioner der Güteklasse B nach dem üblichen 08/15 Schema.
In der Zukunft werden die schlimmsten Häftlinge auf Alpha 4 verfrachtet, einen Planeten am Arsch des Universums, der gesichert ist wie nix anderes, und die übelsten Burschen werden in einen Kälteschlaf eingefroren und künstlich am Leben erhalten. Kommt einen irgendwie bekannt vor? Ist es auch, aber „Timelock“ ist diversen Versatzstücken verschiedenster Genres zusammengeschustert, so dass einem Nichts wirklich neu vorkommt.

Ausgerechnet dahin muss die All-Pilotin Jessie Teegs (Maryam d'Abo) eine Horde von Häftlingen kutschieren, unter denen sich auch fälschlicherweise auch der harmlose Betrüger Jack Riley (Arye Gross) befindet. Natürlich nutzt das Schurkenpack die erstbeste Gelegenheit, um ein paar Wachen zu verhackstücken und dann eine Revolte anzuzetteln. Flugs wird noch McMasters (Jeff Speakman), der Anführer der Fieslinge aus dem Kälteschlaf geholt und die Flucht vorbereitet. Nach ein wenig Hick-Hack sind Jessie und Jack die einzigen, welche die Verbrecher aufhalten können...
OK, seien wir ehrlich: An „Timelock“ ist nichts wirklich neu, weder von der Story noch von den Einfällen. Das Gesamtwerk ist geschickt aus diversen Action- und Sci-Fi-Streifen zusammengeklaut und ohne neue Elemente hinzuzufügen. Auch die Fieslinge machen eine recht gute Figur, sind aber auch nur Versionen bekannter Charaktere. Die Spannung bleibt auf eher durchschnittlichem Niveau, dafür ist das in Gelb und Braun gehaltene Styling des Films eine Abwechslung zum dem TV-Look diverser anderer B-Actioner. Lediglich in den Effekten zeit sich das extrem niedrige Budget, denn die Außenaufnahmen von Planeten und Raumschiffen sind mit billigen Modellen gestaltet (was aber immer noch mehr Atmosphäre hat als billige Computertricks).

An Action gibt es einen ganz ordentlichen Grad an Geballer, was zwar nicht unbedingt dolle inszeniert ist, aber durch Quantität, vor allem bei der Gefangenenrevolte überzeugt. Der deutschen Fassung merkt man die Schnitte recht deutlich an; lediglich zum Probegucken empfohlen. Interessant wäre es auch zu wissen, ob die Figuren in der OV auch andauernd dumme Sprüche reißen, die immerhin einen gewissen Trash-Charme aufkommen lassen.
Hauptdarstellerin Maryam d'Abo ist als Ex-Bondgirl nicht die glaubwürdigste und beste Darstellerin, spielt aber recht routiniert genauso wie Leinwandpartner Arye Gross. Recht enttäuscht war ich von Jeff Speakman in der ungewohnten Fieslingsrolle: Mau gespielt, mit hässlicher Langhaarfrisur (kaum wieder zu erkennen; war aber vielleicht seine Absicht) und keine Demonstration seiner Kampfkünste. Die anderen Fieslingsdarsteller sind ganz OK.

B-Sci-Fi von der Stange; ganz ordentlich inszeniert und nicht direkt schlecht, aber eher langweilig uninteressant.

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