Gorehounds aufgepasst. Mit INBRED könnte ein neuer Kultstreifen in die blutgetränkte Sammlung kommen. Britische sadistische und extrem verkackte Inzucht-Freaks sorgen für ein Blutkuddelfest das seinesgleichen sucht. Dieser Streifen nimmt auf nichts und niemanden Rücksicht. Schon gar nicht auf die Nerven und Belastungsfähigkeit seiner Zuschauer. Es herrscht blutiger Exhibitionismus und eine swingerclub-ähnliche Zeigefreudigkeit der Splattereffekte vor, wie es sie schon länger nicht mehr gegeben hat.
Nichts was man nicht schon mal irgendwo anders gesehen hat, aber hier und da wird wirklich durch einen guten Schuss Kreativität in der Darstellung die Messlatte der Geschmacklosigkeit etwas höher gelegt. Als hätten sich Ittenbach, Schnaas, Bethmann, die TROMA Schmiede und der frühe Peter Jackson für einen Film zusammengetan. In INBRED herrscht eine in blasse Farben getauchte Atmosphäre wie in den Indie-Horror Streifen DEAD MEAT (2004) oder auch ISOLATION (2005) vor. Vor der Konsequenz der Effekte getrieben werden Erinnerungen an 2000 MANIACS und WRONG TURN wach.
Die Vergleiche mit TEXAS CHAINSAW MASSACRE, vor allem dem ersten Teil, lasse ich nicht so einfach gelten, denn dieser war viel mehr auf psychologischer Ebene unterwegs als der so angenehm vordergründig blutgeile INBRED. Diese Gore Elemente wurden zudem mit großer Liebe zum Detail und in einer extrem gelungen Mischung aus handgemachten Bluteffekten und dezenten, aber wirkungsvollem CGI-Einsatz umgesetzt. Hier lacht das Herz des Gorehounds und es wird zerstückelt, zertrampelt, enthauptet und zerfetzt was das Zeug hält. Die gute alte Chainsaw darf natürlich auch nicht fehlen.
Hier kurz zur kruden Story ohne etwas wesentliches – falls es das geben sollte – vorwegzunehmen (OHNE SPOILER!: Eine Gruppe räudiger Jugendlicher und deren Betreuer haben nichts besseres zu tun, als im englischen Hinterland in einem von Inzucht (= Inbred) durchseuchten Kaff niederzulassen. Gerne werden die Gäste aufgenommen, so hat der freakige Dorfbewohner endlich wieder eine Möglichkeit diverse Körperteile durch die Gegend fliegen zu lassen und seinem sadistischen Treiben und Foltern mit Pferden, Äxten und sonstigen Werkzeugen nachzukommen…..Regisseur Alex Chandon ist in der Indie-Horror-Szene mit Werken wie CRADLE OF FEAR oder BAD KARMA bekannt.
Nach etwas beschaulichem Anfang und einigen Längen bei den Dialogen wird durch die allseits gut funktionierenden sehr freakigen Figuren und eine Reihe wirklich guter skurriler Ideen, ich sage nur „weißes Wiesel“ das Tempo nach hinten hin immer mehr angezogen. INBRED birgt regelrechtes Fan-Film Potential und ist eine schöne Hommage an die 70er und 80er Jahre des kompromisslosen Splatterfilms auf dem Niveau heutiger Möglichkeiten. Auch sehr schwarzer Humor kommt nicht zu kurz auch wenn dieser einem oft angenehm im Halse stecken bleibt. Als Producer zeichnet u.a. Yazid Benfeghoul verantwortlich, den viele Insider aus der Szene und von ehemals der Horror-Zeitschrift GORY NEWS und nun DEADLINE kennen. Ob die deutsche Veröffentlichung uncut erscheint will ich mal stark bezweifeln.
6,5/10 Wieseln....äh,....Punkten