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Trotz des „Star Wars"-Hypes blieb einer der Hauptdarsteller nach Abschluss der Urtrilogie so ziemlich auf der Strecke: Mark Hamill. In der Science-Fiction-Saga noch der Laserschwert schwingende Held, musste er sich danach meist mit Rollen in zweitklassigen Filmen die Brötchen verdienen. So ist auch sein Engagement in „Midnight Ride", einem eher durchschnittliche B-Actionvehikel mit Michael Dudikoff zu erklären.

Die Handlung erinnert äußerst lebhaft an „Hitch - Der Highwaykiller": Anhalter Justin (Mark Hamill) wird von der trennungswilligen Frau von Polizist Lawson (Michael Dudikoff) mitgenommen und entpuppt sich bald als mörderischer Psychopath. Ein Kampf ums Überleben beginnt für das Ehepaar und sämtliche Menschen in der Nähe des Highways...

„Midnight Ride" lebt zwar über weite Strecken von seiner gefälligen düsteren Atmosphäre (blaue, nebulöse Sets und die nächtliche Handlungszeit) und einem akzeptablen Spannungsbogen, vermag aber dennoch nicht, das Niveau einer durchschnittlichen TV-Produktion signifikant zu übersteigen. Dazu tragen unter anderem die müden Actionsequenzen (es gibt kaum Autocrashs) und viel Kolportage bei. Letzteres offenbart sich vor allem in den Mordopfern, deren Tötung - sei es auf Budget-Mangel oder Kürzungen, obwohl ich mich hierbei auf die angeblich ungeschnittene Videofassung beziehe, zurückzuführen - nicht gezeigt wird. Auch die Handlung schleppt sich weitgehend unlogisch und überkonstruiert bis zum eher mäßig choreografierten Handgemenge-Finale, bei dem Robert Mitchum („Ein Köder für die Bestie", 1962) in einer kleinen Nebenrolle als Psychologe auftreten darf. Michael Dudikoff ist ob seiner eher seltenen und dazu noch gehandicapten - kaputtes Bein - Präsenz weit entfernt von seiner „American Fighter"-Form, für die ihn Actionfans doch eigentlich ins Herz geschlossen haben. Mark Hamill gibt den Psychopathen aber ganz passabel. Statt Action gibt es in „Midnight Ride" hauptsächlich nur sinnlose Dialoge und absurde Wendungen, weswegen zuweilen auch Langeweile aufkommt.

Fazit: Durchschnittlicher B-Movie für Dudikoff-Jünger. „Midnight Ride" überzeugt zwar formal durch seine Solidität, vermag aber inhaltlich keine eigenen, brauchbaren Einfälle zu entwickeln. Auch Actionsequenzen sind eher rar. Dennoch ansehbar und mit netter Grusel-Atmosphäre.

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