Stell’ dir vor du machst mit deiner Frau/deinem Mann Urlaub in einem einsamen Haus auf einer ebenso einsamen Insel und es taucht auf einmal aus dem Nichts ein Mann auf der behauptet, der ganze Rest der Welt ist mit einem unheilbaren Virus verseucht und er fängt schon mal an dein Haus zum Schutz dagegen zu verbarrikadieren……was würdest du tun, ihm glauben oder ihn für einen Psychopathen halten ? Genau darum geht es dann in den restlichen 80 von 90 min. von RETREAT.
Eigentlich eine spannende Story, die aber trotz guter Schauspieler leider etwas sehr vorhersehbar, teils unlogisch, langatmig, ohne Überraschungen und mit teils wirrem Fehlverhalten der Protagonisten umgesetzt wurde. Für ein Regiedebüt und den Indie-Charakter stellt der Film dennoch eine sehr erfahrene wirkende und gelungene Leistung da und deshalb kann ich für Psychothriller- und Seuchen-Genre-Fans schon eine ganz zarte Empfehlung aussprechen.
Es ist eine grundsätzliche Herausforderung von solch kammerspielartigen Filmen (fast die gesamte Handlung spielt sich zwischen 3 Personen in einem Haus ab) die fast auch als Theaterstück aufgeführt werden könnten. Manchmal gelingt dieses Vorhaben, in RETREAT trifft dieses zunächst beklemmende setup aber auf seine Grenzen. Es ist kein schlechter Film, er hat absolut spannende Momente und wartet am Ende mit unbarmherzig-kompromissloser und stimmiger Härte auf. Man hat auch auf erfahrene Schauspieler gesetzt, Jamie Bell als Soldat Jack macht seine Sache hervorragend und seine Aggression wird fast physisch auf der Leinwand spürbar. Ehefrau Kate gespielt durch Thandie Newton ist mir viel zu hysterisch und ziellos in Ihren Handlungen.
Ehemann Martin mit Cillian Murphy hingegen schätze ich als Schauspieler nach zuletzt hervorragenden Leistungen in IN TIME, davor in den letzten Jahren erfolgreich in BATMAN BEGINS, RED EYE, TRON und INCEPTION. In RETREAT wirkt er allerdings sehr blaß und unentschlossen wie ein eingeschüchtertes Eichhörnchen auch wenn dies wohl zur Rolle gehört. Zu vermerken ist noch die relativ schlechte deutsche Synchronarbeit die sicherlich einiges zum durchwachsenen Eindruck beiträgt. Sehr positiv sind die tollen Landschaftsaufnahmen der Insel und die damit einhergehende gute Atmosphäre auch in dem Haus der Handlung selbst. Aber für eine sehr gute Bewertung reicht es insgesamt leider nicht. Schade.
5/10 Infektionen….äh, …..Punkten