kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 10.08.2013
Wenn Mel Gibson mal aufhört, sind wir definitiv um eine Facette schauspielerischen Ausdrucks ärmer, das hat die Zeit ohne ihn bewiesen. Im lange unter Beschluss gehaltenen „Get The Gringo“ macht er wieder das, was er seit dem ersten „Lethal Weapon“ so gut beherrscht – er pendelt hysterisch zwischen Verzweiflung, schwarzem Humor und selbstmörderischem Aktionismus. Ein mexikanisches Gefängnis, dargestellt als eigener Mikrokosmos im blinden Fleck zwischen amerikanischer und mexikanischer Grenze, steht ihm dabei als Bühne zur Verfügung. Dem Gringo sehen wir dabei zu, wie er die Regeln des Spiels in Windeseile verinnerlicht und bald gegen die Aufsteller wendet, die in reiner Selbstsucht baden und dazu selbst über Kinderleichen gehen. Innovationspunkte gibt es dafür nicht, aber dank des prägnanten Hauptdarstellers und einer flotten Inszenierung verdient sich diese Karteileiche die Marke sehenswert und stellt die sowohl thematisch als auch optisch sehr ähnlich gelagerte dritte Staffel von „Prison Break“ gleich mehrfach in den Schatten.
*weitere Informationen: siehe Profil