Review

Ich weiß nicht, wie viel Millionen Filme ich schon gesehen habe, aber wie man AKTE KAJINEK wie hier bei allem Respekt an anderem Orte 9/10 Punkten geben kann ist mir schleierhaft. Nicht einmal THE DARK KNIGHT RISES oder DJANGO UNCHAINED haben bei mir 9/10 Punkte bekommen (obwohl sehr knapp) und das sind ja mal richtig gute Filme. Der tschechische Action-Thriller ist durchaus sehbar und überzeugt durch Härte und spannende Abschnitte und einen sehr überzeugenden Hauptdarsteller. Dennoch wie unten begründet kann er sich mit ähnlich gelagerten Filmen im internationalen Umfeld (z.B. aus Frankreich) in mehreren Beziehungen nicht messen.

Und das obwohl die authentische Story des Jiri Kajinek der 1996 – 2000 in Tschechien das Mediengeschehen dominierte mit seinen diversen Gefängnisausbrüchen und der Kampf um Gerechtigkeit spektakulär und interessant ist. Der Film beginnt mit sehr schnellen und hektischen Schnitten - wie sie modern waren im internationalen Umfeld vor ca. 10 Jahren – aber macht dies fairerweise gleich mit unverblümter Härte und Direktheit mehr als wett. Dann schlägt aber die sehr suboptimale Synchronisation zu, die bei unseren Hauptpersonen Jiri und der jungen Anwältin Pokorova noch funktioniert, aber bei z.B. den Polizisten, Gefängnisaufsehern oder anderen Gangstern Erinnerung an das Pornogenre weckt.

Somit schaut der lustige Trash-Vogel aus den Filmritzen hervor obwohl AKTE KAJINEK sehr aufwendig produziert ist und an der Ausstattung und guten Locations wie den diversen Gefängnissen nicht gespart wurde. Anwältin Pokorova sieht ein wenig aus wie die Sängerin Mieze der Gruppe MIA wem das was sagt. Obwohl das schon eine Beleidigung für die gute Mia ist, da die Frisur im Film eher vom Galeria-Kaufhof Friseur zu kommen scheint. Zwar wird diese Jugendlichkeit mit der Funktion der Doktorandin im Film durchaus erklärt wird, wirkt sie mit ihren ewigen High-Heels und diversen Frisuren und Kostümchen nicht gerade authentisch. Obwohl, wir sind hier ja in Tschechien. Auch die Gerichtsverhandlung selbst überzeugt nicht, muss den auch diese wieder wie ein poppiger Videoclip geschnitten werden?

Die Figur des undurchschaubaren Novotny war völlig überzeichnet und unglaubhaft und die Handlung schnell abzusehen. Und das Ende des Films – welches hier nicht verraten wird – haut dem Fass die Krone aus und schlägt einen mit viel bösem Willen vorhersehbaren unglaublichen Haken und kostet dem Film noch einen Punkt. Wer wirklich einen gut gemachten sehr ähnlich gelagerten Thriller um einen authentischen Ausbrecherkönig der Neuzeit sehen möchte sei der Zweiteiler PUBLIC ENEMY No. 1 mit Vincent Cassel empfohlen.

5/10 spuckenden Aufsehern....äh,.... Punkten

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