Review

Kinder des Zorns... Mmmh, da war doch was vor 10 Jahren und mehr, als Kinder im Kornfeld Wolfgang Petry und alle anderen Erwachsenen wegmetzelten. Natürlich hab ich die alle mal gesehen aber heute besitze ich leider nur noch karge Erinnerungen an diese Reihe. Und dann kommt doch tatsächlich Sunfilm und rotzt zehn Jahre später eine weitere Fortsetzung auf den DVD-Markt:



Tim (Tim Rock) und seine schwangere Freundin Allie (Kelen Coleman) stranden wegen einer Autopanne mitten im Nirgendwo der kalifornischen Wüste. Auf der Suche nach Hilfe stoßen sie auf ein einsames Haus, in dem "Der Priester" (Billy Drago) und seine russische Frau Helen (Barbara Nedeljakova) leben. Nur widerwillig nehmen sie die beiden Gestrandeten bis zum nächsten Morgengrauen auf, damit sie ihr Gemüsehändler Pritchett (Duane Whitaker), der einmal in der Woche vorbeikommt, mitnehmen kann. Doch in der Nacht hört das junge Liebespaar seltsame Schreie und so machen sie sich besorgt auf die Suche. Dabei findet Allie im Schuppen einen weggesperrten Jungen, der angekettet ist...

Im Vorfeld machte ich mir doch ernsthafte Sorgen über dieses Produkt. Ein Kinder-des-Zorns-Film ab 16 Jahren, kann das gut gehen? Dabei waren die Vorgänger doch alle berüchtigt für ihre blutigen Gewaltdarstellungen. Nun, wie sich in diesem Fall herausstellt hat "Genesis - Der Anfang" nur noch wenig gemein mit den Vorgängern - und ob das jetzt gut oder schlecht ist, sei mal dahingestellt. Diese bereits siebte Fortsetzung kann man eher dem klassischen Horrorfilm zuordnen, der mit den Erwartungshaltungen des Zuschauers spielt.
Im Intro bekommen wir als Zugabe einen netten Einspieler, der an die Vorfälle 1973 in Gatlin erinnert. Eine ganz annehmliche Szene, die jedoch nichts mit dem restlichen Geschehen zu tun hat.

Was aber direkt ins Auge sticht ist, dass hier für einen B-Film ordentliche Arbeit abgeliefert wurde. Kameraführung, Score, Spannungsaufbau. Ja, das wirkt alles hochwertig.
Also folgen wir dem jungen Paar zu dem abgelegen Haus und spätestens da wird einem klar, dass hier was nicht stimmt. Der Priester (Drago mit einer sauberen Leistung) und dessen Frau scheinen etwas zu verheimlichen, ja sogar etwas wirr zu sein. Überall hängen Kreuze und man weiß nicht so genau, was man davon halten soll. Umso erfreulicher ist, dass Tim Rock einen äußerst sympathischer Charakter spielt, der augenzwinkernd mal immer wieder einen flotten  Spruch auf der Lippe hat (und mich irgendwie gaaanz entfernt an Bruce Campbell erinnert).
Die Stimmung wirkt die ganze Zeit bedrohlich und düster und übertrifft sozusagen meine Erwartungshaltungen, da ich schon mit dem Schlimmsten gerechnet habe.
Aber ab der zweiten Häfte wird die Handlung jedoch etwas unübersichtlich und kann nicht mehr so ganz mit der "starken" ersten Häfte mithalten, was jedoch keinen Abbruch tut, dass man sich immer noch unterhalten fühlt. Mit dem Schlusstwist dürfte er den ein oder anderen Zuschauer auch überraschen und zumindest bei mir hat das ordentlich für Punkte gesorgt. Natürlich hat man bis dahin auch festgestellt, dass die 16er Freigabe völlig in Ordnung geht, da wirklich so gut wie gar nichts geht in Sachen Splatter.

Aber da ich einen Film unabhängig von seiner Altersbewertung und dem Blutinhalt bewerte, kann man "Kinder des Zorns Genesis - Der Anfang" für einen netten Abend durchaus empfehlen. Insgesamt kommt hier für eine DTV-Fortsetzung ein ordentliches Ergebnis raus. Man sollte eben nur nichts allzu Blutiges erwarten.

6/10

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