Die Inszenierung von Konzerten hat sich in den letzten 40 Jahren stark verändert. Multimediatechnik und spektakuläre Bühnenshows sind heute Standard. Die Talking Heads bildeten mit ihren Konzerten 1984 so etwas wie ein Bindeglied aus früherer Performance Art (Andy Warhol’s Plastic Inevitable) und zeitgenössischen Hightech-Spektakeln (U2, Beyoncé, Taylor Swift).
Jonathan Demmes Film, der bis heute als einer der besten Konzertfilme aller Zeiten gilt, fokussiert sich bekanntermaßen komplett auf die Band und ihre Songs, nur selten wird ein Blick ins Publikum geworfen. Wir erleben die Bühnenshow zum Teil aus einer exklusiven Zuschauerperspektive, zum Teil sind wir auch direkt bei den Musikern, stehen neben den Sängerinnen oder sehen die Schweißperlen des Drummers spritzen. Auf diese Weise erleben wir hautnah den Spaß der Bandmitglieder an der Musik und an der Live-Zusammenarbeit.
Darüber hinaus ist der Bandauftritt in STOP MAKING SENSE auch legendär durchkonzipiert. Jeder Song hat eine eigene Idee, verschiedene Lichtkonzepte und simple Requisiten und Effekte wie eine Stehlampe, eine Diashow und natürlich David Byrnes übergroßer Anzug gestalten die Show höchst abwechslungsreich, die funky Musik tut ein Übriges – das hier ist ein Best of Talking Heads Stand Mitte der 80er mit den besten Versionen ihrer Songs, ein Traum für jeden Fan.
Einziger Kritikpunkt: Nach nur 90 Minuten ist Schluss, eine Zugabe gibt es lediglich auf der DVD.