Es gibt viele Arten von Telefonterror, - von vermeintlich guten Freunden, dem ehemaligen Partner oder solchen, die daran arbeiten es zu werden. Wenn jedoch jemand aus der Vergangenheit anruft und währenddessen dein eigenes Leben innerhalb einer Zeitlinie auf den Kopf stellen kann, wird der Terror am eigenen Leib spürbar.
Studentin Mary will nach der Scheidung von dem gewalttätigen Ex nur noch Ruhe und zieht in ein neues Apartment. Als eines Tages das Telefon klingelt, meldet sich eine alte Frau namens Rose, die mit Bobby sprechen möchte. Es stellt sich heraus, dass Rose im Jahr 1979 lebt und von dort aus Ereignisse beeinflussen kann, die irgendwann auch Mary betreffen werden…
Die Geschichte lässt sich eine Weile Zeit, um die Schlinge der Beklemmung enger zu ziehen und legt zunächst einige vermeintlich falsche Fährten, die das Trauma mit dem Ex implizieren, welche im Verlauf immer wieder aufkommen.
Leider kommt Hauptfigur Mary nicht allzu sympathisch rüber und auch die überschaubare Reihe an Nebenfiguren wird zu vage skizziert, um mit ihnen warm zu werden, wie der Gärtner George oder Dozent John, mit dem Mary eine zaghafte Beziehung eingeht.
Allerdings zündet die Prämisse recht früh, da ein solcher Anruf zunächst natürlich Verwirrung auslöst und eine Erklärung auf allen Ebenen gesucht wird, bis klar wird, dass wir es, vergleichbar mit „Butterfly Effekt“, ein wenig auch „Frequency“ mit Veränderungen in der Gegenwart zu tun haben, die im Universum der Vergangenheit verändert oder beeinflusst werden können.
Jedoch verzettelt sich das Drehbuch an manchen Stellen ein wenig, denn der Logik folgend, müsste es mehrere parallele Zeitschleifen geben, da sonst einige Crashs zustande kämen und auch mit sich selbst in Kontakt zu treten, müsste laut „Zurück in die Zukunft“ mit einem extremen Dilemma verbunden sein.
Nichts desto trotz punktet die beklemmende Stimmung zusehends und kulminiert spätestens während der letzten zwanzig Minuten, als sich die Ereignisse überschlagen und Mary zu einer bemitleidenswerten Figur mutiert, der jegliche Kontrolle über die Situation abhanden kommt.
Was für einen Terror so ein altes Telefon mit Wählscheibe auszulösen vermag, dominiert vor allem beim Showdown und unterstreicht, dass man unbekannten Anrufern gegenüber besser entgegen kommt, anstatt ihnen mit Genervtheit und Reserviertheit zu begegnen, - zuviel sollte man allerdings nicht von sich persönlich offenbaren…
Am Ende überwiegt der positive Eindruck über das gelungene Sujet, die beklemmende Atmosphäre und die kleinen perfiden Spitzen, welche nur selten mit expliziten Darstellungen einhergehen, sondern sich eher im Kopf abspielen und von daher oftmals noch eindringlicher daherkommen.
Darstellerisch in Ordnung, handwerklich, bis auf die zuweilen ein wenig unsichere Kamera solide, ist Regisseur Matthew Parkhill ein angenehm verwirrender Mindfuck gelungen, der zum Schluss mehrere Deutungen des Geschehens zulässt, sich aber nie zu sehr auf eine simple Erklärungsbasis stützt und ihn dadurch im Nachhinein noch ein wenig interessanter gestaltet.
7 von 10