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Nach der Ice Age-Trilogie, Robots und Horton hört ein Hu! folgt der sechste Streich der Blue Sky Studios. Mit Rio tauchen wir ein in ein kunterbuntes Rio de Janeiro zur Karnevalszeit. Wer das hohe Niveau von Ice Age erwartet, wird enttäuscht werden, dennoch bieten uns die Macher ein recht amüsantes Abenteuer, vor allem für Kinder.

Der 3D-Animationsfilm handelt von einem liebenswerten und leicht naiven Papagei namens Blu, benannt nach der Farbe seines Gefieders. Als kleiner Piepmatz im Regenwald Brasiliens zur Welt gekommen wird er von Tierhändlern gefangen genommen und ins eisig kalte Minnesota, USA, gebracht. Aufgrund einer holprigen Fahrt fällt er, eingesperrt in eine Kiste, von der Ladefläche eines LKWs. Völlig verängstigt wird der kleine von der Vogelliebhaberin und Buchladenbesitzerin Linda gefunden, aufgenommen und gepflegt. Zwischen den beiden herrscht die perfekte Idylle bis eines Tages der Ornithologe Túlio auftaucht und verzweifelt davon berichtet, dass Blus Art vor dem Aussterben steht, er als einziges noch lebendes Männchen müsse somit den Fortbestand sichern. Also brechen die drei auf nach Rio de Janeiro, sehr zum Missfallen des kleinen Vogels, denn der liebt die Geborgenheit seines Heims und hat eine große Schwäche - er kann noch gar nicht fliegen.

Die Charaktere sind originell, vor allem den naiven Papagei Blu schließt man sofort ins Herz, denn er ist eine herrliche Parabel auf die meisten von uns in früher Kindheit. Ein Kind, welches Angst vor der großen, weiten Welt hat. Wie gewohnt sind die Animationen putzig und detailreich, besonders die Vögel weisen einige anatomische Feinheiten auf. Der Film berauscht wohl vor allem Kinder mit einer kunterbunten Farbenpracht und einigen Slapstick-Einlagen. Doch auch ältere Zuschauer werden hier das ein oder andere Mal zum schmunzeln gebracht werden - mehr allerdings nicht. Gelungen ist auch die deutsche Synchronisation mit Roberto Blanco als Riesentukan Rafael und Christian Brückner, feste Stimme von Robert De Niro, als Bösewicht Nigel. Viele ältere Zuschauer werden De Niros Synchronstimme erkennen und mit bekannten Gangsterollen, z.B. aus Good Fellas und dem zweiten Teil von Der Pate assoziieren. Auch wenn er im Original nicht als Sprecher fungierte passt seine deutsche Stimme hier perfekt.

Trotz allem erreicht die Produktion nicht die Tiefe eines Wall-E oder Findet Nemo und schon gar nicht die hohe Dichte an originellen Witzen und Anspielungen, vornehmlich auf die amerikanische Lebensweise. Das typische Ende ist leider auch schon nach kurzer Zeit vorhersehbar und reißt uns nicht mit. Nichtsdestotrotz wird uns hier ein netter Film geboten, der insbesondere Kindern gefallen sollte.

Fazit: Farbenprächtiges Spektakel mit sympathischen Vögeln in einem toll in Szene gesetzten Rio de Janeiro mit all seinen schönen Facetten. Reicht Rio auch nicht an die Konkurrenz von Disney Pixar heran, kann er als netter Abendfüller dienen.

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