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Die FBI-Anwärterin Clarice Starling (Jodie Foster) soll im Fall eines geistesgestörten Serienmörders (Ted Levine) ermitteln. Sie konsultiert den hochintelligenten Psychiater und verurteilten Kannibalen Hannibal Lecter (Anthony Hopkins), der als Gegenleistung für seine Auskünfte in Starlings Kindheitserinnerungen schürfen will…

Ein entgleister Frauenhäuter, ein kultivierter Kannibale und eine traumatisierte, von chauvinistischen Kollegen umzingelte Berufsanfängerin – Jonathan Demme bietet einiges auf, um das Publikum für seine Gruselschau zu interessieren. Doch die mit hochtrabendem Ernst ausgebreiteten Handlungsmotive der Ermittlerin und des Psychopathen erschöpfen sich in einfältigen Erklärungsmustern, die sich den Menschen nur als zwangsläufiges Resultat von Milieu und Werdegang, als Summe einiger weniger Schlüsselerlebnisse vorstellen können. Die Gleichzeitigkeit von beispielloser Kaltblütigkeit und übermenschlicher Genialität, die sich hinter Lecters betont distinguierter Fassade abspielt, bewegt sich immer am Rande der unfreiwilligen Komik, zumal Demme hier offensichtlich bloß auf vordergründige Verblüffung spekuliert. Gerade angesichts der dünnen Bretter, auf denen der Film sich bewegt, täte ein doppelter Boden dringend Not, um Raum für feinsinnigere Gedanken zu schaffen, die etwa auch Zweifel am Erkenntnisvermögen des Menschen und der Ausrechenbarkeit seiner Taten zulassen.

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