'Hannibal - The Cannibal' ist bei Filmliebhabern bekannt wie der sprichwörtliche 'bunte Hund', aber das tut dem Film - auch beim wiederholten Male ansehen - überhaupt keinen Abbruch. 'Das Schweigen der Lämmer' ist einer der wenigen Filme, die auch nach mehrmaligem Ansehen immer wieder etwas Überraschendes liefern.
Der Film lebt von Hannibal Lecter, dem genialen Psychiater, der leider auch eine Vorliebe für Menschenfleisch hat. Ich habe das Buch von Thomas Harris nicht gelesen, aber es soll noch detailgetreuer als der Film sein, was eigentlich kaum möglich erscheint. Der Film zeigt in die Abgründe der menschlichen Seele; man fühlt sich manchmal ertappt, wenn man bei Hannibal Lecter eine gute Seite zu sehen glaubt (ich wäre wohl das perfekte Opfer für Leber, Bohnen und Chianti). Jonathan Demme hat den Film aus Sicht von Clarice Starling, der jungen FBI-Agentin gedreht, aber - auch bei Würdigung der hervorragenden Leistung von Jodie Foster - ist Hannibal Lecter der Star des Films.
Man fragt sich auch, wer von den beiden Bösewichten (Hannibal Lecter und Buffalo Bill) den der schlimmere ist. Ich weiß, eigentlich sind solche Gedanken total idiotisch, da beide einfach böse sind. Aber das zeigt, welch faszinierender Film 'Das Schweigen der Lämmer' ist. Hier passt einfach alles:
Tolle Besetzung (Jodie Foster, Sir Anthony Hopkins und vor allem auch Ted Levine als Buffalo Bill). Hervorragende Regie, unglaublich tolle Bilder und vor allem auch die Musik von Howard Shore haben mit 'Das Schweigen der Lämmer' ein Gesamtkunstwerk entstehen lassen, das auch heute noch seinesgleichen suchen muss. Selten habe ich einen Film gesehen, der überhaupt keine Schwächen hatte.
10/10