Dass südkoreanische Filme zuweilen etwas merkwürdig gewichtet sind ist nicht neu, doch wenn dem Helden zwei Ausländer als Sidekicks verpasst werden, ist das durchaus erfrischend innovativ. Auch das Hauptthema kann Interesse schüren, allerdings hakt das unausgegorene Drehbuch an einigen Stellen gewaltig.
Cho-in verfügt über die besondere Gabe, jeden Menschen per Gedankenkraft zu leiten und zu manipulieren. Er lebt in teuren Hotels und überfällt Pfandhäuser, jüngst das, in dem Kyu-nam arbeitet. Als sich er und seine Freunde Buba und Ali in seinem Bann befinden, gelingt es Kyu-nam sich aus diesem zu befreien. Fortan jagen er und seine Freunde den Manipulator…
Die Geschichte wirkt in vielen Teilen fast schon comichaft überzogen, wobei viele Dinge schlicht hingenommen werden müssen. Woher Cho-in seine unheimlichen Kräfte hat, wird zu keiner Zeit hinterfragt und auch unser Held verfügt über Regenerationsfähigkeiten, die über das Menschliche hinausgehen, was ebenfalls unerklärt bleibt.
Dafür sind er und sein Team rasch und ohne Umschweife etabliert, zumal ein Mann aus Ghana und ein Typ aus der Türkei eine wahre Rarität im koreanischen Film darstellen.
Dabei ist es schade, dass die Geschichte zu wenig aus dem gegebenen Potential schöpft, nämlich Menschen, auch größere Gruppen wie in Starre oder unter Trance agieren zu lassen, was in einer U-Bahnstation und im Treppenhaus eines großen Bürokomplexes schlicht herrlich gruselig anmutet. Einige Gegebenheiten sind zwar erahnbar und kaum spannend aufgezogen, wie etwas der Besuch bei einer kleinen Polizeistation oder der Showdown auf dem Dach eines Hochhauses, doch demgegenüber machen eine Verfolgungsjagd und das Testen selbst gebauter Waffen durchaus Freude.
Inszenatorisch gibt sich Debütant Kim Min-suk eher zurückhaltend, liefert unauffällige Kameraeinstellungen und lässt stattdessen eher den recht nuancierten Score sprechen, während die Mimen durch die Bank überzeugen können. Die guten, wenn auch nur wenigen Spezialeffekte überzeugen ebenfalls und auch der Blick des Bösewichtes sorgt ab und an für eine beunruhigende Stimmung. Kleine Auflockerungen gibt es dennoch, wenn auch zuweilen unfreiwillig aufgrund einiger flacher Dialoge und manch hanebüchener Gegebenheit.
Im Mittelteil mangelt es zwar ein bisschen an Drive und auch das Verhalten des Bösewichts sorgt für einige Logiklöcher, indem er sich selbst unnötige Steine in den Weg legt, doch insgesamt unterhält der Streifen auf Basis eines übernatürlichen Thrillers recht gut.
„Du kämpfst gegen Hunderte und alle bin ich“ äußert Cho-in einmal und wäre das in Sachen Action intensiver umgesetzt worden, hätte der Streifen ein echter Knaller werden können. So bleibt immerhin solide Unterhaltung, wenn auch nicht latent kurzweiliger Natur.
Knapp
7 von 10