Das waren noch Zeiten, als Sindbad gegen Ungeheuer kämpfte, die sich per Stop-Motion von Ray Harryhausen durch die Kulisse bewegten. Viel Geld wird für solche Ableger heutzutage nicht mehr investiert, denn auch wenn ausnahmsweise nicht SyFy hinter der Produktion steckt, - sie sieht schwer danach aus.
Sindbad (Manu Bennett) hat sich soeben die Chroniken von König Minos unter den Nagel gerissen, woraufhin der schwarzmagische Zauberer Al-Jibar (Steven Grives) erzürnt ist und Sindbads Truppe verfolgt. Indes versucht man auf einer Insel den Kopf des Kolosses von Rhodos zu finden, doch dann mutieren die Einheimischen zu zombieähnlichen Kreaturen, während der Minotaurus aus seinem Schlaf gerissen wird...
Eigentlich stellt man sich einen Minotaurus eher als Menschen mit Stierkopf vor, was die Macher um Regisseur Karl Zwicky komplett ignorierten und eine Art Angus-Rind mit Dauerwelle und Leuchtklüsen kreierten, welches wie eine Versuchspuppe von Peter Jackson aussieht und zu keiner Zeit ernst genommen werden kann.
Das bezieht sich allerdings auf die komplette Produktion, denn viel mehr Trash geht fast schon nicht. Sindbad entpuppt sich als Kasper mit blöden Sprüchen, sein Widersacher erfindet indes das Overacting neu und auch einige aus der Crew können offenbar nicht viel mehr als Grölen und Grunzen. Dazu kommen noch ein paar leichtbekleidete Damen, ein unsterblicher Ghoul und die Inselbewohner, die sich ab Hälfte des Spektakels wie Untote mit Plastikhörnern vor der Stirn gebärden, als wären sie allesamt aus einer Anstalt entflohen.
Innerhalb dieses geballten Blödsinns wird immerhin ein flottes Tempo aufgefahren, die exotischen Kulissen sind okay und auch der orientalisch klingende Score lässt ein paar nette Themen einfließen. Fraglich ist allerdings, warum einige Typen auffallend viel Eye-Liner draufgeschmiert haben und warum die Inselbewohner jeden fortschicken wollen, obgleich sie dringend Opfer für Minotaurus benötigen.
Ganz lustig sind am Rande noch so Gimmicks wie der Umhang des Nebels mit Unsichtbarkeitseffekt und ein spähender Falke, kleine Gewalteinlagen wie ein offener Brustkorb, eine Durchbohrung und eine Enthauptung und ein paar Fights mit annehmbarer Choreographie.
Darstellerisch powern sich alle mit Grimassenschneiden aus, während Kamera und Schnitt keine Auffälligkeiten aufweisen.
Ob und inwieweit der Streifen als Trash oder seriöser Abenteurer durchgehen soll, dürften die Macher im Nachhinein auch nicht mehr gewusst haben, denn die Effekte sind zum Teil unter aller Sau, die Geschichte unausgegoren und recht wahllos zusammengeflickt, während immerhin viel Bewegung stattfindet und das Zusammenspiel der schlicht gezeichneten Figuren für lockere Unterhaltung sorgt. In entsprechender Bierlaune in geselliger Runde gewiss keine schlechte Wahl, als reiner Sindbad-Film hingegen eine mittlere Katastrophe.
5 von 10