Review

Der erfolgreiche Autor David Sumner (James Marsden) zieht mit seiner bildhübschen Frau Amy (Kate Bosworth) von Los Angeles ins Haus deren verstorbener Eltern im tiefsten Mississippi. Hier will er das Skript zu einem Stalingrad-Film schreiben, das ihm künstlerische Anerkennung bringen soll. Die Idylle trügt.  Während Amys Ex-Freund Charlie (Alexander Skarsgard) und seine Freunde Dachreparaturen an der Scheune der Sumners erledigen, stellen sie der attraktiven Amy nach. Sie laden den arglosen David zu einer Jagdpartie ein. Als dann noch die Tochter des ehemaligen Football Coaches Tom Heddon (James Woods) vermisst wird, gerät die Situation völlig außer Kontrolle und endet in einer extrem gewaltsamen Konfrontation.

Dass "Straw Dogs" ein Remake von dem gleichnamigen Film von 1971 ist, wusste ich nicht. Aber auch ein Dreamlandnoize kann nicht allwissend sein. So konnte ich mich zumindest ohne Vorurteile an den Film wagen.
Dieser lebt eindeutig von den Vorturteilen auf die neue Nachbarschaft und den Vorurteilen, die Großstädter auf Hinterwäldler haben und umgekehrt. Auch wenn die Erzählweise relativ behäbig ausfällt (nur James Woods darf im Alkoholrausch in der örtlichen Kneipe auf die Kacke hauen) ist das Vorgehen der Charaktere interessant. Ich denke, damit kann sich jeder von uns identifizieren und war schon mal in einer ähnlichen Situation. Wenn der neue Nachbar zu weit geht, wie soll ich reagieren? Sollte ich ihm den Arsch versohlen, dass hätte ja auch seine Vorteile: Man braucht nie wieder "Guten Tag" oder "Guten Abend" zu sagen.
Oder das Beispiel mit der gutaussehenden Freundin. Selbst ich musste erst letzte Woche sieben Kickboxer verprügeln, da sie meine Frau schief angeschaut haben.
Die Großstädter im Film gehen mit diesen Konflikten geduldiger um, wobei die unterschwelligen Provokationen eindeutig von Charlie und seinen Zimmermännern ausgehen. Die Aggressionen stauen sich auf beiden Seiten an.

Was wir jedoch nicht wissen und mitbekommen, dass Charlies Gang einen Plan ausgeheckt haben, und als sie diesen verüben, passiert eine weitere Tragödie in der Kleinstadt. Aus diesen beiden Situationen entwickelt sich eine unaufhaltsame Gewaltspirale, bei denen es Tote gibt.
Die Spannungsschraube zieht kontinuierlich an - und trotzdem wirkt der Amoklauf am Schluss etwas aufgesetzt und nicht hundertprozentig glaubhaft. James Woods macht dabei überhaupt keine gute Figur. Übrgens: Die Bärenfalle hat sich in meine Netzhaut und in mein tiefstes Unterbewusstsein gebrannt. Ich hab selten solch eine Szene gesehen, die so unerwartet und hart rüber kommt.

Fazit:

"Straw Dogs" nimmt sich viel Zeit für seine Figuren und erweist sich als psychologisch sehr ausgefeilt. Das könnten aber auch viele als "langweilig" auffassen. Vorsicht ist geboten! Wer eine Bauanleitung braucht, wie man mit seinem Nachbarn umgeht, der einen wegen jeder Baumaßnahme am Haus anzeigt, sei der Film empfohlen.

7/10

Details
Ähnliche Filme