Das sind sie also "Die Abenteuer von Ford Fairlane", dem Rock´n´Roll Detektiv mit dem Regisseur Renny Harlin und Produzent Joel Silver einen neuen Actionstar aufbauen wollten, und zugleich einen erfolgreichen Action-Comedy Film abliefern wollten. Die Betonung liegt dabei auf "wollten", denn letztlich war der Film ein grandioser (finanzieller) Rohrkrepierer, Harlin um einen Flop reicher und Hauptdarsteller Andrew Dice Clay wieder da wo er her kam, als guter Stand-up Komiker und Gelegenheitsschauspieler zurück in der Versenkung.
Die Story ist so dünn und löchrig, das man locker einen mit Ford Fairlanes Cabrio durchfahren könnte und die Darsteller sind zumeist entweder mies oder nervig, im schlimmsten Fall sogar beides. Ford arbeitet als Privatdetektiv im Musikbusiness und arbeitet grad an seinem neuesten Fall. Er soll die Tochter eines ehemaligen Kumpels und Radiomoderators finden, wobei er sich nicht nur mit den Cops sondern auch mit einem Plattenproduzenten anlegt, der ihm seinen Killer (herrlich durchgeknallt Robert Englund) hinterherhetzt. So darf der Zuschauer gute 100 Minuten lang dem Rock´n´Roll Detektiv dabei zusehen, wie er einen lockeren Spruch nach dem anderen ablässt, sich dabei als coolste Sau von allen herausstellt und letztlich natürlich alles gewinnt und so ganz nebenbei auch noch einen kleinen Jungen adoptiert.
Das Hauptaugenmerk liegt dabei neben den Sprüchen ganz klar auf der Action und hier scheitert Harlin gnadenlos. Zu keinem Zeitpunkt gelingt es ihm die Actioneinlagen spannend oder gar mitreißend zu inszenieren. Egal ob die Verfolgungsjagd auf dem Friedhof, oder die an Langeweile kaum zu überbietende Jagd über die Außenfassade eines Hochhauses, zu keinem Zeitpunkt hat man den Eindruck einem mit einem enormen Budget ausgestatteten A-Action Knaller zu sehen. Die Action sieht eher nach B-Movie aus, und auch die Darsteller gehören wohl eher in diese Kategorie.
Nachdem die Action also wenig Begeisterung hervorruft, kann einzig auf dem Gebiet des Humors ein wenig gepunktet werden, wobei sich auch hier die guten und die miesen Gags die Waage halten, wobei sich die Trefferzahl bei der deutschen Synchronisation noch mal erheblich reduziert, denn was da verbrochen wurde ist schon fast eine Frechheit. So bleiben einige Highlights, wie Robert Englund als Killer und Ed O´Neill als Cop mit Disko Vergangenheit. Die Sprüche von Ford selber bewegen sich immer eher unter der Gürtellinie, dürften aber zumindest für das ein oder andere dicke Grinsen sorgen, denn zumindest eine enorme Coolness kann man Hauptdarsteller Andrew Dice Clay nicht absprechen. Trotzdem hat er zu keinem Zeitpunkt das Zeug dazu schauspielerisch zu überzeugen. Zumeist wirkt er eher etwas überfordert. Auch namhafte Darsteller wie Priscilla Pressley, Lauren Holly, Wayne Newton oder Komiker Gilbert Gottfried dürfen mitmachen, aber auch ihnen gelingt es nicht den Film sonderlich zu bereichern.
Dazu kommen mit Brandon Call (Hasselhoffs Seriensohn in Baywatch) und insbesondere Maddie Corman als ZuZu Paddles zwei Charaktere, die schon nach kurzer Zeit unglaublich auf die Nerven gehen.
Was hingegen wieder recht ordentlich daher kommt ist der Soundtrack, der mit einer bunten Misch8ung verschiedenster Rock Songs durchaus zu gefallen weis. So gibt es Songs von Queensryche, Billy Idol, Mötley Crüe, Jimmy Hendrix und Sheena E. Der Score wurde komplett von den Schweizer Soundtüftlern "Yello" eingespielt und passt sich durchaus stimmig der Atmosphäre an.
Zu Recht gefloppter Action-Comedy Mix, der sich zu keinem Zeitpunkt sicher ist, was es denn nun sein will. So gibt es letztlich lahme Actioneinlagen mit teilweise gelungenen Gags und Sprüchen, die aber auch nicht über die schwachsinnige Story und die miesen Darstellerleistungen hinwegtrösten können. Dank des guten Soundtracks und dem wohl genialsten echt falschen Koalabären der Filmgeschichte doch noch 5 Punkte. Einen Kultfilm konnte ich da aber beim besten Willen nicht entdecken.