Eins muss man Regisseur John Pogue lassen: Eine Fortsetzung zu einem grenzdebilen Film zu drehen erfordert schon Mut und ist nicht die Richtlinie, die man in Amerika verfolgt. Scheinbar war "Quarantäne" dennoch erfolgreich genug und spielte im Kosten-Gewinn-Vergleich ein Plus in die Kassen, so dass man über eine Fortsetzung nachdachte.
Doch "Quarantäne - Runde 2" erstaunt in zweierlei Hinsicht: Wir haben es nicht mehr mit einem Mockumentary-Film, der sich mit der Wackelkamera einen runterholt, sondern einem waschechten Spielfilm zu tun. Deswegen frage ich mich zu Beginn warum man den Film nicht "Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug 2" genannt hat, denn das hätte nicht so viele Leute abgeschreckt, die vom Prequel immer noch den Gaumen vom Dauerkotzen geschwollen haben. Die Antwort bekomme ich dann auch direkt vor die Latz geknallt: Man geht auf die Geschehnisse des ersten Teils ein, baut diese im weiteren Filmverlauf weiter aus, auch wenn das alles an den Haaren herbeigezogen wirkt - aber dennoch überwiegen hier im Gesamten die positiven Aspekte.
Die potentiellen Opfer sind diesmal mit einem relativ kleinen Flugzeug unterwegs, was in der Charakterzeichnung durchaus bequemer für den Regisseur ist, da nicht so viele Statisten durch das Bild rennen. Dennoch bleibt knapp die Hälfte der ca. ein Dutzend Protagonisten flach wie ein Brett. Der Virus, der Menschen mit einer aggressiven Form der Tollwut infiziert (wir im Fachjargon sprechen ja immer gerne von der Gattung Zombie), wird durch Kleintier mit an Bord geschleust und verbreitet sich durch einen Biss, den ein Nagetier mit seinen Raffzähnen noch ansetzen kann, bevor es im Frachtraum verschwindet. Doch bevor das Virus richtig ausbrechen kann, sprich: Ein Zombie sich auf Menschen stürzt, hat man schon zur Notlandung angesetzt und hier kommt wieder das bekannte Szenario, nur in anderer Umgebung zu Tragen: Das Seuchenkommando sperrt mal wieder im Terroristenmodus (wieder nichts dazu gelernt) die Hinterräume des angepeilten Flugplatzes ab und schottet somit die Passagiere von der Außenwelt ab und überlässt sie ihrem eigenen Schicksal.
Wie und durch was das Virus übertragen wird, ist schnell geklärt und erspart uns dann die obligatorisch nervenden Sidekicks, die durch ihre Unwissenheit infiziert werden. Auch die Frage nach dem "Warum?" wird später plausibel erklärt.
"Quarantäne 2" beginnt vielversprechend, atmosphärisch und spannend - mit der Vorahnung, dass like Teil Eins eine klaustrophobische Atmosphäre entstehen kann. Doch mit der Verlagerung vom Flugzeug ins Terminal geht auch teilweise die Spannung flöten. Die limitierte Location breitet sich aus und wirkt auf einen Schlag nahezu riesig, was dem Film nicht wirklich gut tut. Dennoch hat der Horrorflick seine Momente, seine guten wie auch seine schlechten. Dass die ABC-Terrorcrew mit fetten Wummen bewaffnet wieder einmal kurz "Hallo" sagt, sich wieder einmal dämlich dranstellt wie zugedröhnte Azubis an ihrem ersten Arbeitstag wird natürlich mit dem Tode bestraft. Dieses Déjà-Vu hätte man anders aufbauen müssen oder man hätte es sich in dieser Form gleich ganz sparen können, denn der Running Gag leuchtet mir bis heute noch nicht ein.
Ansonsten nervt nur das kleine Balg (das zum Schluss noch einen derben Aussetzer in Sachen Mama-Komplex bekommt) und es wird nicht nach der Sympathie-Liste gestorben, was den Film somit etwas unberechenbarer macht. Spannung, nette Effekte und auch teilweise Schockmomente kann man dem Film nicht absprechen, lediglich derbe Logikschnatzer (Stichwort: Waffe) drücken die Wertung etwas nach unten, so dass man bei "Quarantäne 2", den man übrigens auch unabhängig von Teil 1 schauen kann, von einem der besseren Untoten-Filme in letzter Zeit sprechen kann, wobei die Qualität in diesem Genre eh nicht allzu hoch angesiedelt ist.
5/10