Die Zeiten, in denen ein Robert Englund im gestreiften Pulli und Krallenhand Alpträume lebendig werden ließ, gehören längst der Vergangenheit an und obgleich er seither überwiegend in C-Filmen mitwirkte, hat er sich ein gewisses Charisma aufgebaut.
Dieses reichte Autor und Regiedebütant Glenn Ciano offenbar aus, um darauf seine Geschichte zu stützen.
Es sollte eine der letzten Nächte im Polizeirevier von Woodhaven sein, welche Tom und einige Kollegen vorm geplanten Umzug verbringen sollten. Als sie einen vermeintlichen jungen Killer festnehmen, erscheint kurz darauf ein Fremder, der sich Inkubus nennt. In seiner Hand hält er den abgetrennten Kopf der Ermordeten. Wie sich herausstellt, soll dies nicht das letzte Opfer des Dämonischen in Menschengestalt sein...
Verschiedene Erzählstränge können durchaus ambitioniert rüberkommen, mit dem mangelnden Gespür fürs Wesentliche wirken sie allerdings völlig daneben, zumal sie inhaltlich zuviel vorweg nehmen, wie es hier der Fall ist. In einer Rahmenhandlung erleben wir Tom in einer Gummizelle, der einem Psychologen die Vorgänge zu erklären versucht, während wir zuvor erfahren, dass seine schwangere Frau eine Fehlgeburt erleiden musste. Das Hauptaugenmerk liegt indes auf den Geschehnissen im Polizeirevier und da geht es leider überaus willkürlich zur Sache.
Von vornherein ist klar, dass es sich bei Inkubus um einen Dämon mit übernatürlichen Kräften handelt, welcher mal eben die Handschellen löst und wieder fixiert, nach Gusto den Raum verlässt und in andere Gestalten schlüpft.
Als kleiner Gegenpart dient William Forsythe, der den Dämon vor Jahren beinahe erwischt hätte, jedoch teuer dafür bezahlen musste. Aber auch diese Konfrontation gerät zur Farce, da Figuren involviert sind, zu denen zuvor überhaupt keine Bindung aufgebaut werden konnte.
Infolgedessen punktet allenfalls Englunds Coolness und das damit verbundene "Abra fucking Kadabra", vielleicht auch noch die wenigen handgemachten Gewalteinlagen, die von Körperteilung über ein zertrümmertes Gesicht bis zu herumliegenden Leichenteilen reichen, doch in Sachen Spannung und Atmosphäre tendiert das Treiben gegen Null.
Forsythe performt wie unter Beruhigungstropfen, die übrigen Mimen agieren kaum besser und auch im Bereich der Optik sind diverse Abstriche zu machen, da die nicht wirklich professionelle Kamera für zahlreiche Unschärfen sorgt und das Editing zuweilen deutliche Mankos aufweist.
Es bleibt ein schlechtes Omen, wenn Streifen erst nach drei Jahren Verspätung bei uns veröffentlicht werden und bereits nach wenigen Minuten Laufzeit werden weitere Vorurteile gegenüber billig heruntergekurbelten Debüts bestätigt.
Nichts was Freude bereitet oder gar kurzweilig unterhält und auch wenn Englunds satanisches Grinsen an alte Zeiten erinnert, - in alptraumhafter Funktion war er schlicht effektiver...
2,5 von 10