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Scotty Palmer (Brad Zutaut) ist jetzt Filmschauspieler und dreht unter der Regie von Zacherly (Alba Francesca) und ihres Produzenten Logan (James Karen) die (miese) Liebesschnulze Foreign Affairs in Griechenland. Seine Shopping-wütige Verlobte Morgan (Brenda Bakke) ist ebenso mit von der Partie wie sein tollpatschiger Sidekick Rags (Sam Temeles). Bei der chaotischen Produktion geht eh schon alles aufgrund aufgeblasener Egos, totaler Unfähigkeit und unüberwindbarer Sprachbarrieren drunter und drüber, und dann verliebt sich Scotty auch noch in die hübsche Kellnerin Cleo (Fabiana Udenio), die prompt zum weiblichen Star des Streifens aufsteigt.

Hardbodies 2 läßt so ziemlich all das vermissen, was den Vorgänger so kurzweilig und unterhaltsam gemacht hat. Während beim locker inszenierten Hardbodies die Zeit mehr oder minder rasch verfliegt, zieht sie sich beim verkrampften Sequel wie Strudelteig, bis man das Ende des Filmes regelrecht herbeisehnt. Hier funktioniert fast gar nichts. Die Figuren nerven, die Gags sind lahm, die Dialoge sind peinlich, und eine interessante Geschichte ist ebenfalls nicht existent. Der bescheuerte Grundplot ist lediglich ein roter Faden, an dem die verschiedenen Gag-Sequenzen wie Perlen aufgefädelt sind. Folglich gibt es auch keine Dramaturgie, weshalb der Film zu einer laschen Nummernrevue verkommt. Das alles wäre ja nicht weiter schlimm, wenn denn wenigsten die Lachmuskeln strapaziert werden würden. Tatsächlich ist der Film sogar irgendwie komisch, wenn auch auf eine völlig falsche Weise. Hardbodies 2 ist nämlich so furchtbar unlustig, daß man über das verzweifelte Herumgehampel, den schlecht getimten Slapstick und die dilettantisch dargebotenen Comedy-Elemente schon wieder zu lachen beginnt, und sei es nur aus Mitleid.

Glücklicherweise scheint Regisseur Griffiths bemerkt zu haben, daß hier von vorne bis hinten nichts paßt, und so zückt er immer dann, wenn man als Zuschauer kurz davor ist, das traurige Schmierentheater abzuschalten, seine Geheimwaffe: Titten! Ohne Sinn und Verstand werden da jede Menge Brüste serviert, in der Hoffnung, den vermurksten Streifen damit retten zu können. Diese Hoffnung erfüllt sich zwar nicht, aber immerhin machen die entblößten Oberweiten der Damen den Film ein wenig erträglicher. Zur Erträglichkeit tragen auch ein paar der Darsteller/innen bei. James Karen (The Return of the Living Dead) chargiert sich munter ohne Peinlichkeitsgrenze durch den Film, die immer gern gesehene Roberta Collins (The Big Doll House) plumpst nach einem Streich in eine Matschgrube, und Brenda Bakke (American Gothic) sowie Fabiana Udenio (Alotta Fagina in Austin Powers: International Man of Mystery) sorgen für angenehmes Eye Candy. Und auch die idyllischen griechischen Locations sind nicht zu verachten.

Mit dem Vorgänger hat Hardbodies 2 kaum mehr etwas zu tun. Zwar sind zwei, drei Mimen aus Hardbodies wieder mit dabei, aber die Hauptfiguren werden nicht nur von anderen Akteuren gespielt, sie sind auch völlig anders charakterisiert als im Original. Rags z. B. ist überhaupt nicht mehr wiederzuerkennen, und das nicht nur äußerlich. Die selbstreflexive Film-im-Film-Idee ist zwar nett, die Ausführung allerdings zum Vergessen. Und so mäandert Hardbodies 2 plan- und ziellos dem chaotischen Ende entgegen, und wenn der Abspann zu laufen beginnt, ist man ehrlich froh, diese unlustige Teensploitation-Komödie überstanden zu haben. Kaum zu glauben, aber Regisseur Mark Griffiths durfte danach noch weitere Filme drehen, wie z. B. National Lampoon's Going the Distance (Road Party) oder die TV-Arbeit Nearlyweds (Hochzeit ohne Ehe).

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