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Es war eine beinahe unendliche Geschichte, doch als "Dungeons & Dragons" realisiert wurde, waren die Erwartungen groß. Ein gewaltiges Filmspektakel sollte es werden, doch was am Ende herauskam war nur unterer Durchschnitt.

Bei der Geschichte von "Dungeons & Dragons" geht es um Klassenunterschiede, politische Intrigen, aufblühende Liebe, Freundschaft über den Tod hinaus, gefährliche Vorurteile, den ewigen Kampf des guten gegen das Böse und natürlich um viel Action. Starker Tobak für einen völlig unerfahrenen Erstlingsregisseur, der zudem noch am Drehbuch mitwirkte und den Film produzierte. Courtney Solomon hat sich bei all dem Stress zwar Wacker geschlagen, ist aber im Endeffekt an seinem hochgesteckten Ziel gescheitert. "Dungeons & Dragons" kommt zu keinem Zeitpunkt an das Vorbild "Krieg der Sterne" heran.

Wer jedoch die Spieleverfilmung sieht, wird aber an ein ganz anderes phantastisches Epos erinnert. Eine kleine Gruppe von Menschen, Elfen, Magiern und Zwergen sucht nach einer Reliquie und wird dabei von diabolischen Truppen verfolgt, die das ganze Reich ins dunkle Zeitalter stürzen wollen – klingt doch sehr nach J.R.R. Tolkiens Jahrhundertsaga "Der Herr der Ringe". Mischt man dazu noch eine Prise Magie aus "Harry Potter" und etwas "Conan", so ergibt sich eine leicht verdauliche, aber leider oft zu vorhersehbare Fantasy Mischung, die nicht wirklich schlecht, aber auch nicht wirklich aufregend ist.

Zwar ist die optische Umsetzung und die sehr guten Spezialeffekt gelungen - Denn besonders die Schlacht der Drachen ist ein grandioser Höhepunkt voller Tricks und etwas Dramatik. Doch leider ist es das schwache Spiel der Akteure und die unbedarften Kamerafahrten, was den Film runterzieht.
Damit wär ich dann auch bei den zwei großen Minuspunkten von "Dungeons & Dragons": Die zweitklassigen Darsteller und der überforderte Regisseur. Hauptdarsteller Justin Whalin ("Chucky 3", "Superman – Die Abenteuer von Lois und Clark") zeigt wenig Emotionen und kann nicht mehr als dumm grinsen und ist kann deshalb auch nie so richtig den Status des Helden zeigen. Marlon Waynes ("Requiem for A Dream", "Scary Movie") gibt lauter Witze von sich und hat ein paar kleine Lacher auf seiner Seite und das Thora Birch dieselbe junge Darstellerin ist, die in "American Beauty" einfach klasse an der Seite von Kevin Spacey agierte, ist kaum zu glauben. Allein die Bösewichte Jeremy Irons ("Stirb langsam – Jetzt erst recht") und Bruce Payne ("Passagier 57") können in ihren Rollen teilweise überzeugen. Warum Bruce Payne allerdings mit blauen Lippen herumläuft (die ab und zu auch noch verschwinden) bleibt wohl ein Geheimnis des Regisseurs. Und dieser inszenierte dann auch zu sehr mit Blick auf seine Vorbilder. So entstand ein zu glatter, mit viel zu bekannten Versatzstücken angereicherter, sehr vorhersehbarer Fantasyfilm. Schade, vielleicht wäre bei einem etwas erfahrenem Regisseur ein besser Film daraus geworden. Doch bei all der Kritik schadet es nichts, sich den Film mal anzuschauen, denn die optische Umsetzung, die Schlacht der Drachen und die guten Spezialeffekte sind wenigstens ein kleiner optischer Leckerbissen – doch mehr als 4 von 10 Punkten sind leider nicht drin.

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