"Typisch für euch Diebe. Ihr müsst ständig Dinge an euch nehmen, die euch nicht gehören."
"Dungeons & Dragons" basiert auf dem gleichnamigen Pen & Paper Rollenspielsystem und stellt einen Auszug aus den Möglichkeiten der fantastischen Abenteuer in dieser Welt dar.
In dem Kaisserreich Izmer herrscht Anspannung. Die junge Kaiserin Savina (Thora Birch) beabsichtigt den höherliegenden Status der Magier gegenüber den "Gewöhnlichen" aufzuheben und somit für Gleichberechtigung zu sorgen. Diesen Umstand nutzt der Erzmagier Profion (Jeremy Irons) um sich ihr entgegen zu stellen, der gleichzeitig nach der Macht über Izmer strebt. Er schickt seinen Untergebenen Damodar (Bruce Payne) auf die Suche nach einem roten Szepter, welcher die Kontrolle über rote Drachen beherbergt und mächtiger als das Szepter der Kaiserrin, und dessen Beherrschung über goldenen Drachen, ist.
Im Turm der Magier befindet sich eine Schriftrolle die die Lage des roten Szepter beherbergt, aber durch einen Zauber verschlüsselt ist. Gerade als die Magierschülerin Marina Pretensa (Zoe McLellan) bei einem Versuch diese Schriftrolle zu entzaubern scheitert, bricht Damodar ein und versucht diese an sich zu reißen. Parallel nutzen die beiden Diebe Ridley Freeborn (Justin Whalin) und Snails (Marlon Wayans) die Gelegenheit den Turm um Wertgegenstände zu erleichtern und geraten mitten in die Auseinandersetzungen. Zu dritt entrinnen sie Damodars Zugriff und erhalten von der Kaiserin den Auftrag die Schriftrolle zu entzaubern und ihr das rote Szepter zu bringen. Während ihrer Reise gesellen sich der Zwerg Elwood Gutworthy (Lee Arenberg) und die Elfe Norda (Kristen Wilson) hinzu.
"Dungeons & Dragons" teilt das unglückliche Schicksal kurz vor dem Release des ersten "Herr der Ringe" Filmes in den Kinos zu laufen und fordert dadurch negative Kritik nur so heraus. Dabei ist "D&D" nicht mit einem epischen "HDR" vergleichbar, da es sich um klassisches Fantasy-Trash Kino handelt, was es in dieser Form wohl so schnell nicht mehr geben wird.
Insofern ist der Ablauf sehr vorhersehbar. Eine gemischte Abenteurergruppe versammelt sich um einen Auftrag einer Kaiserin entgegen zu nehmen, steigt in staubige Höhlen ab, legt sich mit Heerscharen böser Buben und zwielichtiger Kreaturen an und verhilft am Ende alles zum guten zu wenden. Keine Überaschungen, keinerlei Innovation.
Zugegeben, "D&D" hat vierlei Macken und Einbrüche.
Die Charaktere könnten kaum klischeehafter und einfältiger sein.
Effekte belaufen sich von detailliert, insbesondere bei den künstlich kreirten Landschaften und Städten, bis unterdurchschnittlich. Ganz besonders negativ fällt dies bei den titelgebenden Drachen auf, die alle gleich und nicht wirklich erschreckend generiert wurden.
Der Plot verläuft linear ohne größere Überaschungen zu bieten, die gebotenen Zweikämpfe verlaufen unspektakulär.
Hinzu kommt ein übereifriger Jeremy Irons der seiner Figur zuviel Wahnsinn einflösst und dadurch weder angsteinflössend noch ernsthaft rüber kommt. Auch Marlon Wayans zeigt eine zu übereifrige und dadurch alberne Vorstellung seiner Figur.
Der augenzwinkernde Humor ist teilweise etwas ungünstig platziert, die teils katastrophale deutsche Synchronisation erledigt dann den Rest um den negativen Eindruck zu bestärken.
Viele berechtigte Negativpunkte die aber den grundlegenden Eindruck nicht völlig bügeln. Denn auf der anderen Seite stehen ein sehr atmosphärischer, bombastischer Soundtrack, sehenswerte Kostüme und eine tolle Ausstattung sowie Kulisse. Typische D&D Kreaturen flimmern über den Bildschirm und festigen die D&D Atmosphäre.
Auch wenn der Plot unspektakulär ist wird er konsequent erzählt und verfällt nicht in Leichtfertigkeiten.
Mal von den beiden schauspielerischen Aussetzern sind die restlichen Akteure passend sowie zweckmäßig gewählt und spielen ihre Rollen solide.
Auch wenn Dungeons & Dragons sehr gute literarische Vorlagen, wie beispielsweise "Die vergessenen Reiche" und "Drachenlanze", vorzuweisen hat, hält sich die eigenständige Produktion überdurchschnittlich gut. Puristen klassischer Fantasy mit wenig Ansprüchen und ohne Erwartung von frischem Wind oder Innovation riskieren einen Blick, Anhänger epischer, neuzeitlicher Fantasy wie "Herr der Ringe" oder "Narnia" lassen besser die Finger davon.
8 / 10