SCRE4M – Neues Spiel. Neue Regeln (SCREAM 4, USA 2011, Regie: Wes Craven)
Im Rahmen einer Lesereihe zu ihrem Buch kehrt Sidney Prescott (immer noch Neve Campbell) in ihre Heimatstadt Woodsboro zurück. Passend zu diesem Ereignis startet eine neue Mordserie im Ort und überschattet das Wiedersehen alter Bekannter…
SCREAM 4 ist ein unterhaltsamer Slasher. Sowohl für (Genre-)Fans als auch für Neueinsteiger. Der Film ist angenehm spannend und bedient die gängigen Klischees, legt sie aber auch als solche offen. Ein Markenzeichen der Reihe, welches in jedem der mittlerweile vier Teile durchaus gut funktioniert. Zitieren, rezipieren, referenzieren und parodieren. SCREAM 4 schlägt unzählige Bögen quer durch das Horrorgenre und verweist sowohl auf das eigene Franchise als auch ins TerrorKino, auf die Urväter und Trittbrettfahrer des Slasherfilms und auf den genreeigenen Stereotypenkatalog. Allein das Intro ist absolut genial! Der Film wirft mit Metaebenen geradezu um sich und wird auch nicht müde permanent darauf hinzuweisen. Innerhalb der SCREAM-Serie funktioniert das ganz gut und bietet somit gerade auch für Genre-Fans ausreichend Potenzial durch Wiedererkennungswert.
Allerdings bleibt unter dem Strich nur einer durchschnittlicher Slasher-Film, der sich mit Selbstironie aus dem Einheitsbrei herausheben möchte. Etwas wirklich überraschend Neues gibt es nicht, wobei aber angemerkt werden muss, dass das finden wirklich innovativer Neuerungen innerhalb des Slasher-Genres mittlerweile höchst schwierig geworden ist. Man kann ja nicht jedes Mal das Genre neu erfinden und neu definieren. Deshalb konzentriert sich SCREAM 4 auf die Eigenheiten und Stärken der Reihe und parodiert munter drauf los. Um hier richtig Spaß zu haben sollte man folglich die Größen und Klassiker kennen, die benannt werden.
Unterhaltsam ist die Sause darum allemal und Craven beweist wieder einmal, dass er einer der Meister des Genres ist. Man kann den Film also getrost einmal gesehen haben. 7/10