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Grabplünderern geht es immer an den Kragen, das ist nicht erst seit „Frankenstein“ so, sondern durchzieht auch einige typische Geschichten, die von SyFy ins Leben gerufen wurden. Wie man jedoch von attackierenden Bäumen im Dschungel auf das giftige Nachtschattengewächs der Alraune kommen kann, entzieht sich mal wieder jeglicher Logik, wie viele Punkte in diesem trashigen, jedoch nicht ohne Unterhaltungswert ausgestatteten TV-Film.

Irgendwo im Amazonas-Dschungel ist ein Spezialteam um Sgt. McCall (Max Martini) unterwegs, um einen antiken Dolch aus dem Grab eines spanischen Inquisitors zu mopsen und dem irren Vargas auszuhändigen. Doch daraufhin wird nicht nur ein ausgestorben geglaubter Stamm sauer, sondern auch die Vegetation des Dschungels…

Aus Kostengründen dreht man natürlich nicht in Südamerika, sondern in Louisiana, was der Kulisse jedoch, bis auf ein paar recht sumpfig erscheinende Areale keinen Abbruch tut, zumal stets recht viel Bewegung im Spiel ist. Weniger toll sind die Figurenzeichnungen gelungen, die im Falle des Schurken kein Klischee aussparen, den Helden zwar immerhin sympathisch zeichnen, eine Darstellerin wie Betsy Russell („Saw“) als Anthropologin jedoch völlig im Regen stehen lassen, denn ihre Erscheinung erhält gar keine Charakterzeichnung, sie bleibt lediglich Füllmaterial. Alle übrigen Protagonisten dienen eher als Nahrung für die Bäume.

Jene sind für SyFy Standards recht ordentlich in Szene gesetzt, besonders der verschlungene Monsterbaum ist gut animiert, nur einige CGI bei Gewaltszenen versagen, etwa bei Durchbohrungen durch schlängelnde Äste oder einer Körperteilung. Allerdings hätte man sich insgesamt ein paar Effekte mehr gewünscht, denn trotz konstant passablen Tempos tritt die äußerst aktive Flora zu wenig auf den Plan. Stattdessen sorgen die Krieger der Jambali für etwas Action, indem es zu Verfolgungen, Zweikämpfen und waghalsigen Fluchten kommt.

Das hauptsächliche Problem des Streifens ist, dass er nichts Markantes bietet. Weder versucht man die Geschichte durch humorige Einschübe aufzulockern, noch nehmen die Figuren einen auffälligen Stellenwert ein und auch der Verlauf der Geschichte ist in den meisten Punkten erahnbar und sorgt allenfalls zum Showdown für minimale Spannungssteigerung.

Somit dürfte der Streifen nach Sichtung binnen weniger Tage kaum mehr präsent sein, da nützen auch die trashigen Einschläge wie die Egosicht eines angreifenden Killerbaumes nichts. Darstellerisch ist nicht allzu viel anzukreiden, handwerklich auch nicht, nur an der recht eindimensionalen und überraschungsfreien Geschichte hapert es merklich.
Den könnten Trash - und Monsterfans im Vorbeigehen mitnehmen, - einer baldigen Ausstrahlung durch einen Privatsender steht eigentlich nichts im Wege…
5 von 10

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