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"Alraune - Die Wurzel des Grauens" ist ein Horror-Film von Tripp Reed ("The confidence man"). Eine Gruppe Archäologen wird in den Amazonas-Dschungel auf der Suche nach dem Grab eines Conquistadors geschickt, in dem sich ein sagenumwobener Dolch befinden soll. Die Reise dahin gestaltet sich noch relativ unproblematisch, doch als sie das Grab finden und den Dolch aus der Brust der sterblichen Überreste im Grab ziehen, erwecken sie nicht nur den Unmut eines Indianerstammes, sondern nebenbei erwacht auch noch eine Art "Baumwesen" zum Leben. Dieses scheint nur mithilfe von Menschenopfern besänftigbar zu sein, weswegen es schon bald zum blutigen Aufeinandertreffen der Indianer und der Forscher kommt.Dazu kommt noch dass der Finanzier der Expedition sein ganz eigenes Spiel zu spielen scheint.

Soweit ein ganz spannender Ansatz, dessen Umsetzung aber an allen Ecken und Enden das niedrige Budget wiederspiegelt, dass dem Film zugrundelag. Die Kulisse soll zwar der Regenwald des Amazonas sein, ist es aber aus Kostengründen nicht, was einem sofort auffällt. Der vermeintliche Regenwald stellt sich schon auf den ersten Blick als typischer Laubwald der mittleren Breiten heraus - gedreht wurde das ganze in Louisiana. Die restliche Kulisse besteht aus einem Flugzeug, dass aber nicht fliegt, sondern wo nur ab und an Leute ein und aussteigen, einem Camp, sowie dem Wald mit einem Grab und einem Indianer-Heiligtum und das wars. Das ganze fällt dann schon recht unspektakulär aus.

Die Story ist sehr simpel erzählt, besteht aus den üblichen aus verschiedenen Abenteuerfilmen bekannten Klischees... nur recht simpel umgesetzt. Die Versuche den "Forschern" intelligente Sätze in den Mund zu legen, damit diese auch ja als Forscher durchgehen, ist hingegen oft unfreiwillig komisch. Als kleines Beispiel: Gleich am Anfang finden die Forscher einen Schädel im Wald, ohne irgendwas drumherum.. die Blondine (Betsy Russell) die eine Antropologin sein soll, meint daraufhin "Oh ein Conquistador - aus Fleisch und Blut". Sowieso schwafelt sie gerne pseudowissenschaftliche Begriffe vor sich her, ohne aber auch nur ansatzweise den Eindruck zu vermitteln, sie wisse was sie da rede oder das das irgendeinen Sinn ergibt.

Damit wären wir auch schon bei den Darstellern: Die meisten Darsteller agieren zwischen solide und schwach. Während Betsy Russel eine klare Fehlbesetzung ist, schaffen es zumindest Nick Gomez als Reisebegleiter und Benito Martinez als Finanzier und späterer Bösewicht ihre Rollen glaubwürdig zu spielen. Eine herausragende schauspielerische Leistung ist hier aber nicht zu finden, war aber wohl auch nicht zu erwarten.

Das Monster ist für das Budget erstaunlich gut umgesetzt. Zwar sieht es immer noch recht künstlich aus, ist aber besser als vieles was man sonst in vergleichbaren Filmen sieht. Nur der Umstand dass es sich nicht um eine Alraune sondern viel mehr um eine Art Baumwesen handelt, dass gewisse Ähnlichkeiten mit den Ents aus "Herr der Ringe" hat, irritiert anfangs, aber passt zum Gesamtbild des Filmes. Dieses besitzt sehr lange Äste, mit denen es nach seinen Opfern greifen kann, agiert ansonsten aber relativ statisch.

Die Spannung lässt arg zu wünschen übrig, ist eigentlich in großen Teilen nicht vorhanden, was aber auch an der Kulisse liegt. Diese wirkt eigentlich nie wirklich bedrohlich, sondern viel zu freundlich. Nur eine einzige Szene ist bei Nacht gedreht, und diese ist -oh wunder- tatsächlich  die spannenste Szene im ganzen Film. Hier werden nicht nur Erinnerungen an "Tanz der Teufel" geweckt, sondern die Bedrohung ist plötzlich spürbar. Leider ist diese Szene viel zu kurz, und wenig später spielt der Film wieder bei schönem Tageslicht. Immerhin wird der Film anschließend nicht mehr langweilig, was auch schon etwas heissen muss.

Fazit: Ein billig produzierter Film, der aber durchaus zu unterhalten weiss. Spannung kommt zwar nur selten auf, dafür gibt es aber einige unfreiwillig lustige Szenen, wodurch der Zuschauer halbwegs bei Laune gehalten wird. Auch ohne Alraune ist der Film so zumindest ansehbar. 3/10 Punkte

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