Endlich wird auch mal den Sirenen der griechischen Mythologie ein Streifen gewidmet. Der Sage nach überlebte seinerzeit nur Odysseus den verlockenden Stimmen, weil er sich beim Passieren der Insel an den Mast fesseln ließ und Orpheus, weil er laut auf der Leier spielte und die Gesänge übertönte.
Der Klang und die soundtechnische Abmischung bilden hier leider die wenigen Höhepunkte.
Es sollte ein keiner Abenteuerurlaub auf der Insel für das Paar Ken und Rachel, als auch dessen Kumpel Marco werden. Doch bevor das Boot anlegt, läuft man auf Grund, um einen im Wasser schwimmenden Mann zu helfen, der aus den Ohren blutet. Als sie seine Leiche am Strand verbuddeln wollen, taucht die geheimnisvolle Silka auf…
…die für den Betrachter weitaus weniger dubios daherkommt, spätestens, als sie beim Lagerfeuer einen sinnlichen Sangesbeitrag leistet, der alle Anwesenden zunächst die Spucke wegbleiben lässt.
Tereza Srbova erweist sich als Glücksgriff für die Gestalt der betörenden Sirene, sie wirkt sehr filigran, verführerisch und gleichzeitig ein wenig durchtrieben, - die drei übrigen sind demgegenüber völlig austauschbar und performen allenfalls mittelmäßig.
Leider mangelt es den Figuren an markanten Merkmalen. Zwar wird das Paar Ken und Rachel auf interessante Weise durch ein Rollenspiel eingeführt, doch die später folgende Dreiecksgeschichte lässt zu keiner Zeit Suspense aufkommen, obgleich sie eine ganze Weile im Vordergrund steht. Die überaus ruhige und unaufgeregte Erzählweise wird ab und an durch belanglose Softcore-Einlagen untermauert, man latscht ein wenig ziellos auf der Insel umher und bis zum Ende findet, außer zwischen den beiden Typen, zwischen allen Beteiligten eine körperliche Annäherung statt.
Alle drei stellen sich allerdings zu dämlich an, alle Fakten rational zusammenzutragen, denn Silkas Spiel gestaltet sich von vornherein offensichtlich, zumal die drei vor der Reise noch kurz die Legende der Sirene erwähnten.
Bis auf die einigermaßen taugliche Kulisse sorgt lediglich die Sounduntermalung für akustische Highlights, da sich der zarte Gesang recht gut ins später leicht surreal anmutende Bild einfügt. Auch die Schreckensvisionen der Protagonisten prägen in Ansätzen die Atmosphäre, doch das Geschehen verläuft insgesamt zu vorhersehbar und wenig ereignisreich, zumal sich die potentielle Bedrohung bis zum Finale vergleichsweise harmlos verhält und allenfalls für spooky Visions sorgt.
Wer also handfesten Horror zum Mitfiebern sucht, ist hier reichlich fehl am Platze, denn man bekommt eher einen Psycho-Thriller geliefert, der das Potential der mythologischen Figur zu keiner Zeit ausreizt und stattdessen lahmarschige Erotikversuche einbindet. Die eindimensionalen Figuren sorgen von vornherein für wenig Mitgefühl und am Ende bieten gerade mal die letzten zehn Minuten kurze spannende Ansätze.
Sollte irgendwann Stoff über die ähnlich gelagerten Sylphen produziert werden, dann hoffentlich mit gleichwertigen Gesangseinlagen, aber deutlich mehr Spannung und effektiveren Betörungen…
3,5 von 10