Für ein Debüt als Regisseur hat Joe Cornish mit ATTACK THE BLOCK einen beachtlichen Film auf die Beine gestellt. War er doch bislang nur als 3 Sekunden Zombie im guten SHAUN OF THE DEAD und in einer Darstellerrolle in HOT FUZZ zu sehen. Dennoch ist es extrem interessant zu sehen wie sehr der Film die Seherschaft in "bester Film des Jahres" bis hin zu grosser Abneigung spaltet.
Ich halte mich in etwa in der Mitte der Plus/Minus Skala auf, da der Film durchaus spannend aufgebaut ist und mit viel Liebe zum Genre gestaltet ist. Die Gestaltung der Aliens sowie eine Reihe von anderen darstellerischen und filmischen Details sind jedoch klar unterdurchschnittlich. Um Lesezeit für den geneigten Leser hier zu sparen erfolgt das ganze ausnahmsweise mal in einer PLUS/MINUS Auflistung:
MINUS:
- der Posse-Slang und Sprüche der Londoner Vorstadt-Ghetto-Kids in der Weise wie "Eh krass Alta, boah echt voll phette Aliens....usw....törnen eher ab und ziehen das Niveau des Film in unerwartete Tiefen, ein schlechter Kiffergag jagt den nächsten....
- über weite Strecken des Film glaubt man einfach in einem Kiffer-Drama zu stecken und vor lauter Rauch sieht man keine vernünftige Handlung mehr
- die Darstellung aller beteiligten Ghetto-Kiks ist sehr klischee-mässig und dadurch nicht sehr glaubhaft, das Ende versucht ein Heldenimage aufzubauen welches sich auf viel zu dünnem Eis befindet
- die Effekte sind sehr bescheiden und die "Aliens" sehen tatsächlich wie undefinierte Gorillas oder Werwölfe mit leuchtenden Neon-Zähnen aus, grottenschlecht umgesetzt, trotzdem aber irgendwie effektiv, siehe unten
- der Gore-Gehalt ist extrem überschaubar und man fühlt sich maximal in einem Film für 12 Jährige was den Blutgehalt angeht, das Alien-Monster Genre hätte viel hergegeben und der Film hätte damit evtl. durchaus Genre-Party-Kult-Qualitäten aufbauen können
- die deutsche Synchronisation ist unerträglich weil der sehr breite Ghetto-Slang nicht adäquat übersetzbar ist
PLUS:
- für ein Regie-Debüt und das sicherlich beschränkte Budget wurde ein Menge filmischer Spass geschaffen der über weite Strecken zu fesseln weiss
- da die dt. Übersetzung des Gang-Slang rabenschlecht ist kann man den Film am besten im Original schauen, da wird es schon etwas lustiger und authentischer wenn einer der Protagonisten die Aliens mit "Damn' Wolf-Gorilla-Motherfucker" bezeichnet
- die Aliens sind zwar sehr einfach dargestellt, beziehen aber durch diese Einfachheit und Ihre normale Verletzlichkeit einen hohen Real-Scary-Wert da sie nicht so übermenschlich stark sind wie Aliens meist dargestellt werden, somit haben die Menschen eine Chance im 1:1 Kampf !
- der Film ist am Anfang und Ende schon teilweise sehr spannend und man fiebert mit den Protagonisten in den Verfolgungsszenen usw. schon mit
- der Humor kommt nicht zu kurz und der Einsatz von kleinen Ghettokindern lockert das ganze noch etwas zusätzlich auf
6/10 Punkten