Außerirdische Einschläge erschüttern einen Londoner Problem-Stadtteil. Eine Gruppe jugendlicher Krimineller (bestehend aus räuberischen Erpressern und Drogen-Pushern) beschließen, ihren Block vor den Aliens zu verteidigen. Im Rahmen dessen verbünden sich die Blocker sogar mit einer jungen Frau, die sie eben noch ausgeraubt und brutal zu Boden gestoßen haben... Das Besondere an diesem Film ist sein Eintauchen in die Subkultur des Problem-Viertels und das Beleuchten des dort herrschenden sozialen Gefüges, der Verhaltens-Codexe und illegalen Strukturen. Durch diese zu "Harry Brown" diametral entgegengesetzte Perspektive findet in gewissem Maße freilich eine Ent-Dämonisierung dieser jungen Leute statt, und in der Tat werden die Jugendlichen als facettenreiche Menschen dargestellt, die sogar sympathische Züge haben und nicht auf ihre kriminellen Taten zu reduzieren sind.
Hauptsächlich lebt dieser Film natürlich durch seinen sehr abgedrehten Wortwitz sowie durch seinen visuellen Humor. Immer wieder werden krass lustige und krass abgefahrene Situationen kreiert. Als die ach so harten Gangster ganz kleinlaut und untertänigst mit ihren Müttern per Mobilfunk telefonieren und ihren Verbleib erklären, fand ich das schon sehr lustig. Das ist aber noch gar nichts im Vergleich zu dem, was der Film sonst noch so im Petto hat...
Dieser rasante Film hat durchaus ansehnliche und beachtliche Produktionswerte, ohne dabei aber in ellenlange Effekt-Szenen zu verfallen. "Attack the Block" hat eine sehr kurzweilige und abwechslungsreiche Struktur und die 90 oder so Minuten halte ich im Großen und Ganzen für ideal ausgefüllt. Schade fand ich nur dass hier nicht stärker die sozialen Probleme der britischen Gesellschaft verhandelt werden. Sicherlich hätte es dafür Mittel und Wege gegeben, welche die Coolness des Films nicht unterminiert hätten. Wie dem auch sei: Eine Filmbetrachtung lohnt sich unbedingt. Eine der besten Komödien dieses Jahres, diggaz.