Das Regiedebüt von Joe Cornish (auch Drehbuch) ist eine sympathische Hommage an das Monsterkino der 80er Jahre. Zwar kommen die Invasoren hier nicht durch die Hintertür um nach und nach den großen Angriff zu wagen, sondern hier geht es von der ersten Minute an zur Sache. Und obwohl hier die Produzenten des mittlerweile berüchtigten "Shaun of the Dead" am Drücker waren und man mit Nick Frost (Hot Fuzz, Shaun of the Dead) sogar einen echten Star an Bord hat, handelt sich bei "Attack the Block" nur um eine B-Produktion. Doch Cornish entpuppt sich als wahrer Meister, das knappe Budget zu verschleiern und trotzdem kommt er fast ganz ohne Animationen aus. Besonders erfreut darüber darf man sein, dass die Außerirdischen hier nicht mit Hilfe von CGI dargestellt werden, sondern hier wurden Menschen in große schwarze Plüschkostüme gesteckt. Das Ergebnis ist nicht unbedingt gruselig und Cornish hätte vielleicht länger warten sollen, bis er die Monster dem Zuschauer präsentiert. Die Viecher sehen aus wie übergroße Hunde, das Fell ist schwarz wie die Nacht, aber ihr Gebiss leuchtet im Dunkeln. Was die Biester hier wollen, ist zwar eher schleierhaft, aber schließlich geht es hier um den packenden Kampf Mensch gegen Außerirdische.
Gerade eben hat Moses (John Boyega) mit seiner Clique die Krankenschwester Sam (Jodie Whittaker) überfallen, da beginnt eine Invasion von Außerirdischen in der kleinen Siedlung in South London. Die Polizei riegelt den kompletten Block ab, während Moses, Sam und die anderen ums nackte Überleben kämpfen müssen. Zusätzlich wird der Dealer Hi-Hatz (Jumayn Hunter) zum großen Problem, denn er will Moses an die Gurgel, weil er seinen Wagen geschrottet hat. Völlig auf sich allein gestellt müssen die vorlauten Kids beweisen, dass sie mehr können, als nur Verbrechen zu begehen.
Über die Außerirdischen selbst erfährt man kaum etwas, zumindest gibt es eine plausible Antwort, warum sie so akribisch hinter Moses und seiner Clique her sind. Doch ansonsten gibt es nur schleierhafte Angaben, was nicht weiter schlimm ist, denn "Attack the Block" ist von Anfang bis Ende eine turbulente, amüsante und auch gruselige Achterbahnfahrt. Cornish mischt auch ein wenig Sozialkritik unter und die kriminellen Kids müssen hier stets zusammen arbeiten, denn sonst haben sie gegen die blutrünstigen Biester keine Chance. Dabei entpuppen sich Moses und Co als recht sympathische Typen, schließlich helfen sie sogar Sam, die sie vorher ausgeraubt haben.
Cornish fackelt hier auch nicht lange, sondern stellt die wichtigen Charaktere erst vor, als die Invasion schon begonnen hat. Und er hat sich hier um viele Figuren zu kümmern, natürlich bleiben mal vereinzelt welche auf der Strecke. Aber "Attack the Block" ist endlich mal wieder ein Film, der völlig ohne Längen auskommt. Das verdankt er nicht nur der kurzen Laufzeit (84 Minuten), sondern auch den witzigen Dialogen. Der Film nimmt sich nie zu ernst und punktet besonders mit netten Sidekicks, wie dem kiffenden Brewis (Luke Treadaway) oder dem Grasdealer Ron (Nick Frost). Dennoch gönnt man den Kids kaum eine Atempause und dem Zuschauer auch nicht. Ständig wird man von den Außerirdischen gehetzt und Moses Clique wird sogar dezimiert. Die Tötungen laufen größtenteils im Off ab, aber ein paar blutige Einstellungen gibt es durchaus zu sehen. Der Großteil des Films spielt sich in einem Sozialwohnungsblock ab, wo man stets vor den Invasoren fliehen muss. Dabei sind Cornish sogar einige unglaublich spannende Momente gelungen und die Kids müssen jede Art von Gegenstand zweckentfremden, um sich zu wehren. Dabei müssen auch viele der Außerirdischen dran glauben.
De Darsteller machen ihre Sache toll, man hatte merklich Spass an der Arbeit und nicht mal die garstige Slang Sprache mit ihren zahlreichen Schimpfwörtern fällt unangenehm auf.
Das Happy End ist vorprogrammiert und nach dem "Warum" sollte man nicht fragen, aber ansonsten ist "Attack the Block" ein diebischer Spass ohne Atempause. Action, Spannung, ein bisschen Blut und peppige Dialoge gibt es im Übermaß und die größtenteils unbekannten Darsteller machen ihre Sache großartig. Und nebenbei gibt es auch noch eine Botschaft, denn nur dank ihrer Zusammenarbeit, kann die kleine Gruppe überleben. Score und Kulisse sind ebenfalls gelungen. Ein altmodisch angehauchtes Monstervergnügen mit hohem Spassfaktor.