Review

Ach herrje, auf dem FantasyFilmFest 2011 abgefeiert, erreicht "The Innkeepers" endlich auch die Videotheken und ich frage mich: Gibt es auf dem FFF keine Personenkontrollen wie bei einem Fußballspiel?
Denn ganz ehrlich: So zugekifft kann man gar nicht sein, für diesen Scheiß gut zu finden. So viel kann man gar nicht die heimlich eingeschleuste Bong schwarten...


Claire (Sara Paxton) und Luke (Pat Healy) haben ein wenig prickelndes Wochenende vor sich. Die beiden sind die letzten Angestellten der Herberge "Yankee Pedlar Inn". Da das als Spukhaus berüchtigte Hotel bald abgerissen werden soll, haben die zwei nur noch wenige Stunden an der Rezeption abzuleisten. Ihre letzte Schicht verbringen Claire und Luke mit  absurden Diskussionen über paranormale Phänomene und die schaurige Vorgeschichte des Hotels -   die Besitzerin soll sich bei der geplatzten Hochzeit scheinbar erhängt haben bzw. umgebracht worden sein und spukt seitdem als Geist  im Haus umher. Als sie dann versuchen, der Vergangenheit des Hauses auf den Grund zu gehen, kommt es in dem alten Gebäude zu rätselhaften Geschehnissen…



"Innkeepers" ist genauso geil wie der Sendeschluss von KiKa, bei dem "Bernd das Brot" voll durchstartet und ich mich auch immer frage, wann denn das furiose Finale kommt. "The Innkeepers" verhält sich nicht viel anders, hier und da mal ein Gruselmoment, an anderer Stelle mal ein Lacher, die meistens von dem Nerd Luke kommen und ansonsten eiert der Film hundert Minuten zum Finale, das mehr Fragen zurücklässt, als es beantwortet.

Zunächst einmal bekommen wir in dem Intro hektische Musikuntermalung geboten, die fast schon an "Insidious" erinnert und uns scheinbar darauf vorbereiten soll, dass wir in den folgenden hundert Minuten den Grusel unseres Lebens erwarten dürfen. Danach lernen wir die beiden  Angestellten Sara und Luke kennen, die zunächst einmal etwas Spannung (aus der verstörenden Intro-Musik) herausholen und mit ihren Dialogen für einige witzige Passagen sorgen, die auch nicht aufgesetzt oder unpassend zum Haunted-House-Genre wirken. Eher im Gegenteil: Es gibt der Handlung die richtige Mischung zwischen Grusel und Humor.

Ich habe ja nichts gegen "langweilige" Anfangspassagen, doch dieser Streifen fühlt sich von vorne bis hinten wie eine Anfangspassage an. Denn es passiert - nichts. Okay, hier und da rappelt es natürlich ordentlich im Gebüsch, diese Szenen gehen aber nicht über  Schreckmomente eines "Paranormal Activity" hinaus, so dass ich mich nach dem Abspann fragte, was das denn nun für eine Gülle war, die ich mir gerade reingezogen habe. Auch wenn solche Effekte in einem PA wirken, reicht das noch lange nicht für einen richtigen Spielfilm aus. Das einzige, was mich fasziniert hat, waren die langsamen Kamerafahrten und Hobby-Geisterjäger Luke.

Der Film ist übrigens ab 16 Jahren (und nicht ab 18) freigegeben (das kann man schön auf der Website der FSK nachlesen). Und ganz ehrlich: Ein, zwei Schnitte, und man hätte diesen Schinken ab 12 Jahren freigeben können. Denn damit hätte Regisseur Ti West, der seit "House of the Devil" scheinbar einen Freifahrtsschein hat, sein Zielpublikum erreicht. Mit "The Innkeepers" könnte man wunderbar seine kleinen Kinder in die große Welt der Filme einführen und zeigen, dass es außer Walt Disney und Winnie Puuh noch andere Filme gibt, bei denen es auch fiktive Tode gibt. Es muss ja nicht gleich "Saw 3" sein...


Also, "The Inkeepers" dürfte für das Durchschnittspublikum völlig uninteressant und lahmärschig rüber kommen. Lediglich für Kinder und beinharte Hommage-Fans, die an jeder Ecke einen Moment der 70er entdecken können, dürfte der Film halbwegs interessant sein.

2/10

Details
Ähnliche Filme