Review

kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 05.05.2013

Wie so oft ist auch mit "The Innkeepers" wieder bewiesen, dass die Filme, die das Publikum stark spalten, oft im besonderen Maße sehenswert sind. Ti West ist so ein Regisseur, dem das im regelmäßigen Abstand zu gelingen scheint; weder ist "Cabin Fever 2" so schlecht, wie er überall gemacht wird, noch wurden die Qualitäten von "The House Of The Devil" allzu oft erkannt, dem Quantensprung in seinem Schaffen. In "The Innkeepers" wendet er sich von den 70ern ab, ohne sich direkt auf eine andere Epoche zu stürzen (man kann jedoch Elemente des blutlosen Gruselfilms der 50er und 90er Jahre darin finden, wenn man möchte). Dabei orientiert er sich an dem extrem langsamen und viele Zuschauer schon damals überfordernden Pacing von "The House Of The Devil" und provoziert eine noch deutlichere Ereignislosigkeit, garniert auch noch mit berechenbaren Jump Scares aus der Konserve. Und doch gelingt West wieder ein Film mit Momenten, die sich tief einbrennen. Die Qualitäten liegen also weniger in den Gruselszenen selbst (die darüber hinaus teilweise auch noch mit schwerer Unlogik zu kämpfen haben), sondern vielmehr in dem ausgedehnten Zusammenspiel der beiden Hauptfiguren, die viel Zeit gewährt bekommen, sowie in der eigenwiligen Atmosphäre des Hotels, das eigentlich sehr offen mitten in einem Stadtgebiet liegt und doch enorm viel Einsamkeit ausstrahlt.

*weitere Informationen: siehe Profil

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