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Tierhorror aus Thailand ist so eine Sache, denn entweder muss man mit völlig überdrehten Figuren oder hanebüchenen Fantasy Zugaben rechnen, wobei der eigentliche Fokus oftmals in den Hintergrund gerät. In diesem Fall kommen zwar hunderte von Giftschlangen aus dem Rechner zum Einsatz, doch es gibt andere dominierende Attribute, die den Streifen scheitern lassen.

In einem Apartmentkomplex kommt es zunächst zu einigen Todesfällen, doch dann schlägt Mutter Natur erbarmungslos zurück, als sich die vertriebenen Giftschlangen zusammenrotten und Jagd auf die Bewohner machen…

Trotz der zwanzig Minuten Warmlaufphase gelingt es dem Vorgeplänkel nicht, die wesentlichen Figuren zu etablieren, die meisten werden noch nicht einmal namentlich erwähnt. Es gibt eine probende Rockband, einen Fremdgeher, eine Mutter mit Tochter, einen Verliebten und drei Nerds, die allesamt im Verlauf vor den Schlangen flüchten müssen.

Der Hintergrund ist simpel, doch einige Nebenhandlungsstränge stiften arge Verwirrung, da sie ohne Kontext präsentiert werden und meistens komplett ins Leere laufen. Da hat es etwas mit einer Redaktion auf sich, eine Alte weiß auch mehr als sie zugibt und um ein Gegengift wird ebenfalls ein Geheimnis gemacht. Zudem wird nicht ersichtlich, warum sich einige Personen freiwillig opfern oder gar irrationale Druckmittel einsetzen, um Hilfe zu erlangen.

Was jedoch mächtig nervt, ist das dauerhafte Gekreische, welches später zur kollektiven Trauerbewältigung mutiert. Noch nie wurde in einem Tierhorrorfilm so elend geflennt, beweint und gejammert. Was in amerikanischen Pendants oft fehlt, gerät hier zum totalen Nervfaktor. Zwischenzeitlich wünscht man sich wahrlich, dass noch mehr Schlangen herbeikommen mögen, um dem Gejammer endlich ein Ende zu bereiten, denn phasenweise ist das kaum auszuhalten.

Die Schlangen kommen indes ganz okay, wobei diese am Rechner nicht so kompliziert zu generieren sind, wie etwa Monsterbären oder durchgeknallte Pitbulls.
Die Bewegungen sind (bis auf ein paar Übertreibungen) authentisch, die Bisse ordentlich blutig, nur ein mutiertes Vieh gegen Ende wirkt ein wenig zu lieblos dahin gerotzt.
Ansonsten gibt es noch Mini-Schlangen unter der Haut, was wiederum nicht so überzeugend in Szene gesetzt ist, während ein etwas heftigerer Bluteffekt mit einem Messer im Arm durchaus seinen makaberen Reiz versprüht.

Dennoch macht das Treiben, trotz des passablen Tempos und dem überraschend feinfühligen Score kaum Spaß, zumal humorvolle Einlagen völlige Fehlanzeige darstellen.
Auf inhaltlicher Ebene kommt nur selten Spannung auf, die einseitige Kulisse des Apartmentkomplexes mit seiner kargen Ausstattung bringt kaum Abwechslung und zudem kristallisiert sich nicht ansatzweise ein Sympathieträger heraus, denn Streit und kleine Raufereien in der Gruppe der Flüchtenden nehmen zusehends zu.

Auch wenn die titelgebende Rache ein wenig blutig ausfällt und die Schlangen zu einem insgesamt tauglichen Einsatz kommen, so ist man spätestens ab der Halbzeit nur noch halbherzig bei der Sache und am Ende ist einem bereits egal, ob überhaupt jemand überlebt.
Brauchbare Ansätze, jedoch weit entfernt von einer Empfehlung für Genrefans.
3,5 von 10

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