Zwischen ernsthafter Natur und völliger Lächerlichkeit gefangene, sich dort aber auch äußerst wohlfühlende, wenn oder da auch die Gemüter teilende CGI-assisted Super-hero action von Wisit Sasanatieng, der sich die besten Bezüge direkt aus der Realität und die sonstigen Faktoren aus der pulp fiction nimmt. Das ist uneins oft im überzeugend, da mit stichhaltigen Argumenten um sich schießenden und schlagenden Sinne und einiger bestechender Ideen, aber auch mit der Zuhilfenahme von Schwachheit und Torheit geplagt. Ein Wandler zwischen den Welten, der sich in mancherlei Momenten ruhig mehr in den tatsächlichen Sachverhalt statt die Ausschmückung dessen hätte begeben können. rated 18+:
Bangkok, 2016. Der einst in seinem Wahlkampf den Bau und Anschluss der Chumporn Kernkraftanlage verhindern wollende, nun aber die Seiten zugunsten der Atomenergie gewechselte Premier Minister Direk Damrongprapa [ Pornwut Sarasin ] ist nur eines der vielen Ziele des ehemaligen Special Task Force Mitgliedes Rom Rittikrai [ Ananda Everingham ], welcher in Tarnung des "Red Eagle" bevorzugt korrupte Politiker beseitigt. Durch die Mordfälle aufgeschreckt, entsendet die Polizei Detective Chart Wuttikrai [ Wannasingh Prasertkul ] in die Ermittlungen, zusammen mit seinem Kollegen Singh [ Jonathan Hallman ]. Doch "Red Eagle" hat auch noch andere Leute auf seiner Fährte, neben Damrongprapas Exfreundin und Umweltkämpferin Vasana Tienpradap [ Yarinda Bunnag ], die seine wahre Identität kennt, bekommt er es mit der geheimen Untergrundorganisation Matulee zu tun, die ihren besten Attentäter "Black Devil" auf ihn an- und so schwer zusetzen.
Als Aufarbeitung einer zwar im Nachhinein angesehen und so auch verehrten, ohne den verklärenden Blick aber wohl als Ramschware zu bezeichnenden Mediengestalt in Form von Literatur und Film aus den Fünfzigern und Sechzigern des vorherigen Jahrhunderts, weist die Handlung eine bereits besonders charakterisierte Person als Mittelpunkt auf, die auch ohne weitere Kenntnis der zehn filmischen Originale schon ausführlich beschrieben und ikonographisch versehen ist. Der Held hier ist mehr oder minder im Gestus und Verhalten, und der Vor- und Jetztgeschichte die gleiche Figur wie seine DC Comcis und Marvel-Kollegen aus dem Westen; selbst in jüngster Zeit stammten auch aus Thailand mehrere artverwandte Varianten, die von der losen Folge der Ereignisse her die gleichen Fußstapfen betraten, wenn auch mit weniger Aufmerksamkeit seitens der Kritik her. Während sich der Hanuman - The White Monkey Warrior gegen die Farangs, die Kapitalistischen Invasoren weißer Hautfarbe erwehrte, und der Mercury Man gegen muslimische Terroristen antrat, muss sich der Insee daeng als Reboot des Insee thong [ = Golden Eagle, 1970 ] gegen die einheimische Machtklüngel bewähren; Politiker moralisch niedersten Standes, die mit und durch Korruption nur die Ausbeutung des eigenen Volkes im Sinne haben und dafür auch das extra verliehene Amt und die Gewaltenträger missbrauchen.
Angesichts des aktuellen politischen Hickhacks in Thailand, dass nahezu wöchentlich mit Putsch, Aufwiegelung, Ausschreitung bis zum verhängten Ausnahmezustand in den Nachrichten von sich reden machte und vor der Weggabelung zwischen Militärdiktatur oder Demokratie gespalten steht, verfängt sich diese wirkliche Brisanz unweigerlich und auch beabsichtigt in den Fängen der hiesigen Spekulation. Eingeleitet ebenfalls durch Newsberichte und eine Diskussionsrunde von Experten, und immer wieder gespickt mit Szenen öffentlicher Willkür und der Antwort der Gemeinschaft durch Protest und Unruhe wird trotz der Verlagerung von Set und Setting von ehemaliger Sixties Kalter Kriegs-Spionage in die nahe Zukunft und eines allgemein gehaltenen, zusätzlich durch einige Albernheiten im Ton und Bild noch weiterhin aufgeweichten Milieus die Absicht und Warnung dahinter und die Verweise auf den Kampf der Volksallianz gegen die "gewählte" Regierung doch noch offensichtlich. Das „to be continued“ am abrupten Ende wäre zugunsten einer Fortführung der doch so mittendrin aufhörenden Erzählung schon zu begrüßen, auch wenn man eben nicht gänzlich auf dem rechten Weg [ und angesichts des nicht gerade beeindruckenden Einspiels wohl auch schon am Kehraus ] ist.
Denn nach dem Muster dieser Zweideutigkeit, dem Nutznießen gleichermaßen bejahender und negierender Aspekte geht leider auch der Rest der Inszenierung vor, die optisch in metallisch anfühlenden Dunkelblau mit Sprengseln bis zum Schwarzweiß und Farbtupfern des kräftigen Rots daherkommt, sowieso so ihre Interessanten Bildkompositionen aufweisen und formell verständige Montagen entsenden kann – wenn auch sicher lange nicht die des Tears of the Black Tiger – , sich aber auch dort als gefährlich unsichere, zwischen Wohlwollen und Missfallen in Sekundenabständen schwankende Gegenüberstellung gestaltet. Eine nicht immer wörtlich komische Bühne aus Spott und Preis, die das Wagnis nicht scheut, aber scheinbar die Mittel oder den Willen oder das Wissen nicht hat, mehr hanebüchene Konstruktion als einnehmende Identifikation betreibt und auch in der Action trotz einem Budget von kolportierten 100 Mio Baht und zuweilen offenherziger Brutalität, bei der der Feind auch schon mal aufgespießt oder der Schädel offen gesäbelt wird, den Weg der Parallelität beschreitet.
Passend zu Stilart und Gesamtkonzeption des schon seit einer Dekade gewünschten, im Oktober 2007 angekündigten, von Anfang an auch in zwei Teilen geplanten Neuverfilmung der '55er crime novel von Sek Dusit, besitzt die einst als Kommunistenbasher geadelte, gleichzeitig kitschig-clevere Titelfigur neben ausgeprägter Kampftechnik und High tech Schnickschnack als Verstärkung auch zuweilen übernatürlich anmutende Kräfte, was neben massig Dauerbeschuss per Maschinenpistolen, einer ausgebleichten Kleinkriegspisode im Dschungel, mehreren blutigen Amputationen und Knochenbrüchen auch zum Einsatz eigentlich unnötiger und auch störender, da schon sehr minderwertiger Tricktechnik verleitet.
Gerade der intendierte und so gesetzte Höhepunkt des Mittelteils, eine viertelstündige Flucht über Häuserdächer, dem Zweikampf auf einer Galerie und der anschließenden Verwüstung eines Kaufhauses, noch vor dem Einsatz der anrückenden Spezialeinheit, wird trotz emsig Krawall und Zerstörung aufgrund der ebenfalls umherschwirrenden und recht preiswert und gekünstelt anmutenden Effektorgie niemals so richtig die Gelegenheit für Mehr als dem bloßen Schein genutzt. Das Gleiche gilt im Grunde für eine als verheerend angedachte Motorradverfolgung auf dem Highway, die zwar prophezeite Größe, aber keinen Druck dahinter besitzt. Einige wenige Martial Arts Einlagen lassen das [einst] Aufsehenerregende der Muay Thai Konkurrenz von Sahamongkol Film International Co. Ltd. [ die gleichfalls wie RS Films auch mal ergebnislos ihre Varianten der Geschichte, unter der angedachten Regie von Tanit Jitnukul bzw. Saranyu Wongkrajang, aus dem Boden zu stampfen versuchten,] weitgehend vermissen, und die andauernden Feuergefechte überzeugen durch ihre Quantität, aber nicht die choreographische Qualität. Immerhin wird reichlich Material zertrümmert und ab und an, allerdings doch zu wenig mit physischen und auch schmerzhaft anmutenden Stunts gearbeitet.