Review

kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 11.05.2013

Der fette, eklige, von der eigenen Mutter unterdrückte und von Obsessionen geplagte Massenmörder - eines der großen Klischees des Horrorfilms, als solches auch zelebriert von "Im Augenblick der Angst", der für einen Film aus den 80ern überraschend doppelbödig ausfällt - denn die Klischees, die er in der Eröffnungsszene so sorgfältig ausbreitet, erweisen sich im Nachhinein als Film-im-Film, wobei man auch selbst immer wieder darauf aufmerksam gemacht wird, gerade einen Film zu sehen (und dabei hypnotisiert zu werden): So blicken wir in verschiedenen Szenen in eine Mise-en-abyme aus mindestens drei Leinwänden-in-Leinwänden und müssen vorsichtig hinter uns blicken, um zu überprüfen, ob hinter uns nicht auch eine Kamera aufgestellt ist, hinter der sich womöglich noch ein Irrer mit Messer befindet. Nur konsequent ist es, dass ein großer Anteil des Films wie auch des Films darin im Kino stattfindet. Der schlichte Aufbau der Sequenzen alleine ist es nicht, der überzeugen kann; vielmehr sind es die Paradoxien, die sich durch die Metaböden ergeben, so dass man schnell auf seine eigene Position als Filmrezipient reflektiert. Denn die Handlung aller Ebenen erreicht kaum mehr als das durchschnittliche Slasherniveau der damaligen Zeit. Aufgrund seiner Struktur sehr interessant, aber zum Teil auch etwas zäh.

Es würde übrigens schwer verwundern, wenn Drew Barrymores Outfit in "Scream" nicht auf dasjenige der (späteren) Hauptfigur dieses Films Bezug nehmen würde.

*weitere Informationen: siehe Profil

Details
Ähnliche Filme