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Prof. Alden wird mitten in der Nacht in seinem Haus von einem düsteren Eindringling überrascht. Er versucht den gefährlichen Unbekannten mit drei spannenden Geschichten bei Laune zu halten. Seine Erzählungen handeln von grausamen Morden, Agentenabenteuern und geheimen Ermittlungen. Was Prof. Alden nicht weiß, ist, daß sein nächtlicher Gast so manches mit den gefährlichen Figuren seiner Geschichten gemeinsam hat.

Karneval der Killer ist schon eine irgendwie recht seltsame Blüte der wilden Sechziger. Man hat zumindest das Kunststück bei der Besetzung geschafft hier sowohl Winnetou als auch Old Shatterhand und Old Surehand in einem Film zu vereinen und auch Karin Dor kann ebenso Karl May Erfahrung vorweisen wie Klaus Kinski. Allerdings hat man sich für die Variante des Episodenfilms entschieden, die sich in drei Geschichten aufteilt, so daß die drei Helden auf dem nie zusammen auftreten, sondern in ihrem jeweiliges Segment glänzen sollen.
Die Geschichten sind dabei im Genre des Kriminalfilms beheimatet, sind auch nie wirklich todernst gemeint, haben aber durch das Konzept eher den Nachteil nicht wirklich ausgearbeitet zu sein. Ein Krimi erzählt sich eben besser in 90 als in 30 Minuten Laufzeit. So entfällt dann auch fast komplett das übliche mitraten nach dem Täter, man hat mangels Zeit und Masse maximal die Auswahl zwischen zwei Figuren. Zumindest wird aber ein gewisses Level an amüsanten Szenen geboten und schlecht sind die einzelnen Episoden im Grunde ja auch nicht.
Stewart Granger gibt den gewieften Privatschnüffler der den Mord an einem Journalisten untersucht solide als smarten Alleskönner. Pierre Brice gibt den Geheimagenten Brice in einer wirklich rein auf Comedy zugeschnitten Geschichte eher mäßig bei seiner geplanten Geheimdokumenten Übergabe, bei der vor allem der Erzähler hörbar morgens einen Clown gefrühstückt hat. Lex Barker darf dann am Ende sogar politisch werden und versuchen den Mord am brasilianischen Präsidenten zu verhindern und am Ende gibt es noch einen netten Twist in der Rahmenhandlung um den Professor und dem vermeintlichen Serienmörder.
Wirkliche Spannung kommt dabei nur selten auf, für mich wäre es schöner mit dem Cast einen einzigen Film zu bestreiten, aber als Häppchen zwischendurch kann man schon mal reinschauen und sei es für eine sonst gelangweilte halbe Stunde auch in drei Durchgängen.
6/10

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