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Nachdem sie von dem Videomaterial von drei verschwundenen Studenten inspiriert wurden, das unter dem Titel "Blair Witch Projekt" veröffentlicht worden war, verbringt eine Gruppe Teenager eine Nacht im Wäldern, in denen angeblich eine Hexe ihr Unwesen trieb. Als sie am nächsten Tag aufwachen, können sie sich an nichts mehr erinnern und werden zunehmend von übernatürlichen Erscheinungen geplagt.

Nach dem unvergleichlichen Hype und dem überraschend hohen Einspielergebnis von "Blair Witch Projekt" war es nur eine Frage der Zeit, bis ein zweiter Teil in die Kinos kommen würde. Man knüpft zwar durch die neue Story geschickt an den vorherigen Teil an, aber die Inszenierung, die den ersten Teil noch als einzigartiges und innovatives Werk auszeichnete, wurde nicht übernommen, stattdessen handelt es sich bei "Blair Witch 2" um einen typischen Mainstream-Horrorfilm, der wenig eigene Ideen liefert, aber auch gut zu unterhalten weiß.

Die Grundidee, dass sich eine Gruppe Teenager inspiriert vom ersten Teil in die Wälder Marylands begibt, um dort die Blair Hexe zu suchen, ist in meinen Augen sehr geschickt, da der Film so nahtlos an seinen gelungenen Vorgänger anknüpft. Die restliche Handlung ist ebenfalls nicht schlecht, auch wenn sie natürlich überaus flach geworden ist. Der Film wird zum Ende hin immer mysteriöser und auch das offene Ende, das schon beim ersten Teil hervorragend gelungen war, ist einfach klasse. Ein paar Einfälle, die den Film auf eine immer undurchsichtigere und mysteriösere Ebene ziehen, treiben "Blair Witch 2" immer weiter voran, wobei es keine Ideen gibt, die das Genre neu erfinden würden, wie es beim Vorgänger noch der Fall war.

Trotz des guten Drehbuchs und des Vorgängers, der endlich noch einmal ein paar Innovationen ins einfallslose Horror-Genre gebracht hatte, bleibt die Inszenierung leider im Rahmen dessen, was man bereits zur Genüge gesehen hat. Beim ersten Teilen hatte man hervorragende Ideen und es mangelte am Budget, im zweiten Teil hat man nun ein Budget von 15 Millionen und verrät die eigentliche Idee um das "Blair Witch Projekt".

Der Soundtrack ist sicherlich ganz gut gelungen und so wird über weite Strecken eine düstere Atmosphäre aufgebaut. Die brilliante Idee, den Film als Dokumentation anzulegen und mit Handkamera zu drehen, wird kaum weiter aufgegriffen, nur an wenigen Stellen, wenn die Teenager ihr Videomaterial einsichten, um herauszufinden, was in der Nacht geschehen ist. Der Erzählstil ist ebenfalls konventionell. Die Ereignisse werden linear erzählt und mit ein bisschen Blut und Gewalt verrührt, wobei die Grenzen zwischen Einbildung und Realität stellenweise geschickt aufgehoben werden. Dabei arbeitet Regisseur Joe Berlinger ausschließlich mit konventionellen Mitteln geschickt auf das offene Ende zu und liefert damit alles in allem einen unterhaltsamen und kurzweiligen Horrorfilm ab, bei dem dennoch der Beigeschmack bleibt, dass wesentlich mehr drin gewesen wäre.

Bekannte Darsteller konnte man auch diesmal nicht für den Cast gewinnen, aber besser als die Amateure im ersten Teil machen sich die Darsteller allemal, die eine fehlerfreie und routinierte Leistung abliefern, die aber auch nicht sonderlich weit über das Mittelmaß hinauskommt.

Fazit:
Mit ausschließlich konventionellen Mitteln ist "Blair Witch 2" durchaus ein überzeugender und unterhaltsamer Horrorfilm, der sich bis zu seinem gelungenen Ende immer weiter steigert. Dennoch bleibt der Beigeschmack, dass die frischen Ideen aus dem ersten Teil hätten übernommen werden müssen und das nun auch das "Blair Witch Projekt" an der Mainstream angekommen ist.

61%

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