Spätestens Ende der Achtziger war der italienische Zombiefilm Geschichte und Leute wie Lucio Fulci und Umberto Lenzi weitgehend von der Bildfläche verschwunden.
Dieser italienische Beitrag knüpft mehr oder minder an die Vorbilder an, vermengt sie mit zeitgenössischen Effekten, obgleich die Geschichte nicht viel mehr als ein Spin-off von Romeros „Zombie 2“ darstellt.
Mal wieder wurde die Welt von einer vernichtenden Epidemie heimgesucht, die aus Millionen von Menschen Untote machte, während nur wenige die Katastrophe überlebten. Zu ihnen zählen die Zombiejäger Alen und Igor und der Wissenschaftler Gyno, der fieberhaft an einem Heilmittel forscht. Deshalb schickt er die beiden in eine gefährliche Zone, um Nachschub für die Experimente zu besorgen…
Das überaus geringe Budget macht sich nicht unmittelbar bemerkbar, denn einige Trümmerlandschaften voller Qualm und karge Vegetationen deuten durchaus auf eine apokalyptische Stimmung hin. Hinzu kommt die kontrastarme Farbgebung, die zwischenzeitlich gegen Schwarzweiß tendiert und die allgegenwärtige Menschenleere adäquat unterstreicht.
Leider bieten die beiden Identifikationsfiguren wenig Raum für Sympathien: Igor ist der Macho mit schnellem Griff zur Waffe und einigen derben Zoten, während Alen der sensible Denker ist, der sich um das Schicksal der vermeintlich letzten Frau, seiner Freundin Alice sorgt, die im Labor von Gyno alles andere als in guten Händen scheint.
In Sachen Zombieaction bleibt der Streifen zurückhaltend, bindet hier und da einige klassisch vor sich hin krächzende Kreaturen ein, die kaum für Blutvergießen sorgen, innerhalb ihrer körperlichen Restbestände jedoch sauber gestaltet wurden.
Die Maske arbeitet allerdings nicht latent solide, denn einige Kontaktlinsen sind als solche zu offensichtlich erkennbar und nicht an jedem Nebendarsteller wurden die Latexstreifen sauber angebracht. Leider treten die Zombies insgesamt zu sehr in den Hintergrund, denn es geht zwischenzeitlich um eine Neonazi-Gruppierung, einen merkwürdigen Künstler, zwei dauerkichernde Debile und ein paar unbedeutende Flashbacks, die kaum Hintergrundinformationen vermitteln.
Folgerichtig bietet die Handlung kaum Höhepunkte in Form spannender Auseinandersetzungen. Nur selten intervenieren die Blutrünstigen und viel zu häufig sind Alen und Igor in Gespräche ohne Pointe verwickelt. Hier ein verlassenes Lager, dort eine einsame Weggabelung, dann wieder Zwischenschnitte auf den experimentierenden Gyno und am Ende hat man den Eindruck, diese Version der Geschichte bereits mehrfach in den letzten Jahren gesehen zu haben, wobei überraschende Wendungen komplett außen vor bleiben.
Auf der Gewaltschiene ist letztlich nicht viel zu vermelden, da einige Aktionen wie eine Machete im Schädel nur angedeutet werden und neben harmlosen Kopfschüssen und einem Biss in den Hals das Blut ohne Opfer in die Kulisse verteilt wird.
Ansonsten sorgt eine passable Explosion gegen Ende für einen brauchbaren Effekt, wovon der Streifen im Gesamtbild recht wenig zu bieten hat.
Die eindimensionale Handlung mit seinen eher flachen Figuren bringt diesen Zombiestreifen einfach nicht so recht nach vorne, zu häufig wird Tempo aus dem Geschehen genommen und zu selten kommt es zu direkten Auseinandersetzungen mit den Untoten.
Ein banales, leicht apokalyptisch angehauchtes Road-Movie, kaum spannend, nur phasenweise unterhaltsam und vor allem wird er seinem reißerischen Titel nicht in Ansätzen gerecht, - da wurden diverse Fressszenen in den Achtzigern weitaus expliziter dargestellt…
3,5 von 10