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"Elling" ist eigenartig. Vom verwöhnten und verhätschelten Muttersöhnchen muß er sich nun in einer Welt zurechtfinden, die ihm so gar nicht behagt, und mit seinem Leben alleine zurechtkommen. Nach Mutters Tod gelangte er in eine Psychiatrie, in der er Kjell Bjarne kennen lernt. Die beiden freunden sich an und beschließen auch nach ihrer Entlassung zusammen wohnen zu bleiben, um gemeinsam die Gefahren des Alltags zu meistern.

Das fängt schon beim Einkaufen oder Telefonieren an. Wenn nicht Sozialarbeiter Frank regelmässig den beiden Feuer unterm Hintern machen würde, bekämen die beiden gar nichts auf die Reihe. Doch die skurilen Persönlichkeiten entwickeln sich und mausern sich. Kjell Bjarne lernt die Nachbarin kennen und lieben, Elling findet als Poet ein neues Hobby und bei einer Lesung in Alfons einen neuen Freund.

Der Film aus dem hohen Norden vermag durch leise und nachdenklich stimmende Töne zu überzeugen. Ein bißchen Elling steckt in jedem von uns, eine gesunde Portion Sozialphobiker läßt uns in weiten Teilen über uns selbst schmunzeln. Auch Kjell Bjarne verkörpert in Extremform wesentliche Charakterzüge: Seine liebenswert aggressive und cholerische Art macht ihn zum Sympathieträger und lässt oftmals seine Krankheit in Vergessenheit geraten.

"Elling" vereint Komödie und nachdenklich stimmende Momente zu einem unterhaltsamen und gelungenen Gesamtkunstwerk.

(7/10)

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