Elling ist ein notorischer Stubenhocker und Muttersöhnchen, Kjell-Bjarne denkt nur an Essen und Frauen. Frisch aus einer Nervenheilanstalt entlassen sollen die beiden gemeinsam lernen, ihr eigenes leben zu führen - zunächst unter der Obhut des schon bald entnervten Sozialarbeiters Frank. So stark die beiden auch im Team erscheinen mögen, so unterschiedlich finden sie ihre eigenen Lebenswege.
"Elling" ist eine lockere, manchmal nachdenkliche, aber immer mit grossem Optimismus erzählte kleine Tragikomödie aus Norwegen, dessen verhältnismäßig grosser Kinoerfolg schnell erklärt ist: Elling und Kjell-Bjarne sind zwei genauso durchgeknallte wie sympathische Hauptfiguren, die man als Zuschauer einfach mögen muss. Wenn die beiden sich wie ein altes Ehepaar streiten, aufeinander losgehen, sich wieder versöhnen - die Art, wie sie miteinander umgehen und sich gegenseitig unterstützen, ist genauso lustig und heiter wie anrührend - es vermittelt einem die Wichtigkeit von Freundschaft und Fürsorge für unser Leben mehr als eindeutig.
Auch an skurrilen Einfällen mangelte es den Autoren nicht: Die Idee, seine selbstgeschriebenen Gedichte auf Sauerkrautpackungen zu schreiben und auf diese Weise unter die Leute zu bringen ist drollig, aber genial.
Aber die absoluten Highlights stellen immer noch die herrlichen Dialoge und die Situationskomik dar: Wenn beispielsweise Elling zum ersten Mal ein Telefon benutzen soll, bleibt kein Auge trocken - ein unbeholfenes Kleinkind, das im Körper eines 40jährigen steckt.
Zwei liebenswerte Aussenseiter finden ihren Platz an der Sonne - und der Zuschauer sieht mit Freuden dabei zu.
9/10