Review

"Nimm ein scharfes Zucker´l! Du lallst scho´ wieder."

Es ist brütend heiß in Österreich. "Hundstage" begleitet eine Reihe von Bewohnern einer Neubausiedlung durch ihren Alltag.
Und der ist nicht von Pappe: Da ist der Vertreter für Alarmanlagen, der aufzuklären hat, wer regelmäßig die Autos der Nachbarn demoliert, da ist der schleimige Zuhälter Wiggerl, der seine Frau wie eine Sklavin hält, da ist das Ehepaar, dass seien Tochter bei einem Unfall verloren hat und seitdem sprachlos nebeneinander her vegetiert. Und die geistig zurückgebliebene Frau, die auf dem Supermarktparkplatz nach Mitfahrgelegenheiten sucht.
Ein trostloses Bild, das Ulrich Seidl da zeichnet, eine Form von "radikalem Realismus", größtenteils mit Laien und ohne festes Drehbuch inszeniert.
Die Leistungen der Darsteller kann man nur loben, der Dogma-Stil der Inszenierung trägt viel zur Authentizität bei.
Ganz gewiss ist der Film "Hundstage" keine leichte Unterhaltung, oft ist er ungemütlich, bisweilen unerträglich.
Wer Filme wie "Funny Games" oder "Das Fest" "mag", dem möchte ich "Hundstage" an´s Herz legen, allen zarten Gemütern eher davon abraten, denn dieser Film drückt gewaltig auf die Stimmung.

Fazit:

Der ganz normale Vorstadt-Wahnsinn. Und die Wirklichkeit ist garantiert noch um einiges schlimmer.

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