Review

Sechs Geschichten aus dem tristen (nicht immer Alltags-)Leben in einem Wiener Vorort, die sich schließlich als teilweise ineinander verwoben herausstellen. Auf allem lastet die Hitze der Hundstage, es köchelt und gärt...

Seidl demaskiert - durch den scheinbar dokumentarischen Stil fast beiläufig - "die" Österreicher. Das schwankt in seiner Wirkung permanent zwischen kurios und grausig.
Die Kamera ist auch in intimsten Momenten dabei, bleibt so distanzlos, wie die geistig behinderte Anhalterin, die jeden mit ihrer Neugier und heiklen Entlarvungen drangsaliert (erstaunlich übrigens der Mut und die Uneitelkeit einiger Darsteller und Darstellerinnen).
Dass vieles ganz offensichtlich auf eine Eskalation zusteuert, stiftet mehr Unruhe als Spannung beim Betrachter. - Denn man möchte eigentlich nicht sehen, wie die krankhaft eifersüchtige Disco-Proll-Arschgeige seine hilflos-dumm verliebte Freundin (Franziska Weisz) drangsaliert und schlägt.
 Doch Seidl enthält uns schließlich auch das nicht vor, der Film bleibt konsequent...
Ein "Happy End" würde bei "Hundstage" niemand ernsthaft erwarten, doch zum Schluss schmeißt einem dieses ganz entspannt wirkende Filmungetüm, als sich dann endlich die Regenwolken entladen, doch ein paar tröstliche Brocken hin, was beinahe unerwartet kommt.

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