Wenn „Spitzen-Horror made in Australia“ (so ein Zitat von der Coverrückseite des Videos von AVU) so aussieht, dann hat man aus Down Under nicht viel zu erwarten. „Cut“ ist weder wirklich gut, noch richtig schlecht und nicht mehr als die magere australische (Pflicht?-) Antwort auf „Scream“. Dennoch bleibt das große Vorbild natürlich unerreicht und das in sehr vielen Punkten: Spannung, Humor, Darsteller und vor allem Klasse.
Zur zugegebenermaßen originell anmutenden Story: 14 Jahre nachdem die Regisseurin des Horror-Films „Hot Blooded“ von „Scarman“ – dem Hauptdarsteller – getötet wurde, beschließt ein Filmteam um Regisseurin Raffy und Produzentin Hester den Film mithilfe ihres Lehrers Lossman und Soap-Star Jessica fertig zu drehen. Die waren damals schon mit dabei und die Vergangenheit soll sie wieder einholen. Denn auf dem Film liegt ein Fluch und das Gemetzel nimmt seinen Lauf…
Das hört sich erst einmal wie eine Story mit Potenzial an und das ist sie auch. Schade nur, dass die Ironie wie in „Scream“ und das permanente Zitieren von entsprechenden Genre-Filmen hier nur bemüht und krampfig wirkt, anstatt komisch und durchdacht. Als ob man um die geringe Klasse gewusst hätte, sucht man solche Anspielungen ab etwa der Mitte des Films leider nahezu gänzlich vergebens und „Cut“ wird zum humorfreien Schocker, der sich gerade durch seine Ernsthaftigkeit lächerlich macht. Denn auch, wenn die Story das übliche Metzel-Muster etwas variiert, ist sie nicht so, als hätten wir Ähnliches nicht schon zur Genüge gesehen. Noch einen uninspirierten, überkonstruierten, unlogischen, und – trotz einer Länge von nicht einmal 80 Minuten – manchmal langweiligen Durchschnitts-Slasher braucht kein Mensch.
Kann der Film am Anfang darstellerisch noch mit Pop-Sternchen Kylie Minogue in einer kleinen Nebenrolle als Regisseurin aufwarten, chargiert 80er-Jahre-Star Molly Ringwald („Breakfast Club“) doch arg in ihrer Rolle als überkantitelte und zickige Diva. Der Rest der Besetzung sieht zwar ganz gut aus, fällt aber kaum auf.
Regisseur Kimble Rendall hat zwar ganz nett und in gefälligen düsteren Bildern inszeniert, allerdings empfiehlt er sich nicht gerade mit perfekter Horror-Atmosphäre als der kommende australische John Carpenter (ja, auch der ist nicht unfehlbar, siehe sein „Ghosts of Mars“-Desaster).
Nur 3 Dinge an „Cut“ sind wirklich gelungen: der gefällige krachig-rockige Soundtrack, der akzeptable Bodycount und die überschaubaren, aber vorbildlich ausgearbeiteten Splatter- und Gore-Szenen (ein Highlight: Finger ab am Anfang) - die Indizierung der ungekürzten FSK 18-Version hat hier zweifelsohne ihre Berechtigung..
Für Slasher-Fans sicherlich akzeptable und etwas übertrieben blutige Nachmittags-Unterhaltung, für Normalzuschauer eine enttäuschende Metzel-Gurke. Leider nimmt sich der Film – ob seines relativ originellen Plots – zu ernst, was die ganze übrig gebliebene Klasse des Films leider auch mit nach unten zieht. Ein durchschnittlicher Slasher-Film, mit dem Unterschied, dass er aus Australien kommt. „Cut“ ist am Ende ebenso wie sein mordender Hauptdarsteller: überflüssig.