Wenn man in Indonesien als Regisseur unterwegs ist, hat man eigentlich gute Karten, sich einen guten Ruf zu schmieden, denn im Horrorbereich gibt es da maximal drei wiederkehrende Namen. Rizal Mantovani ist einer von ihnen und der hat in den ersten Jahren seiner Karriere auch oftmals überzeugen können, während bereits sein letztes Werk „Virgin Beach Creature“ keine positive Richtung in Sachen sorgfältiger Inszenierung einschlug.
Ein Handvoll junger Leute begibt sich auf zwei Yachten, um auf der Brautinsel einen sagenumwobenen Wasserfall zu erkunden. Doch rechnet niemand mit der Anwesenheit eines Schamanen, der mithilfe schwarzmagischer Rituale und einiger Menschenopfer endlose Macht und die Reinkarnation seiner Braut heraufbeschwören will…
Die Erzählung wirkt von Beginn an lieblos heruntergekurbelt und ideenlos umgesetzt. Die Einführung der eigentlichen Hauptfigur Tiara und ihrem obligatorischen Trauma gerät zum Schnellschuss, während den übrigen Protagonisten erst gar kein Raum zur Entfaltung eingeräumt wird. Ein Sympathieträger befindet sich nicht in der Gruppe, vielmehr machen sich die meisten mit übermäßigem Overacting und selten dämlichen Dialogen zum Affen.
Die Insel mit Dschungel, nettem Strand und malerischem Wasserfall bietet zwar eine gefällige Kulisse, doch bis der Killer zuschlägt, geschieht außer Planschen und seicht inszeniertem Duschen rein gar nichts. Der kompromisslose Schamane wird indes von einem zotteligen Heini repräsentiert, der eine lächerliche Maske trägt, die vor allem durch die unpassende Pinocchio-Nase auffällt, was besonders im Schatten etwas dusselig aussieht. Wenn der Kerl leicht schwerfällig mit seinem Speer der Beute nachgeht, kommt natürlich kaum Spannung auf, wobei sich die Opfer kollektiv blöde verhalten und selbst dann nicht einschreiten, wenn man zu dritt in der Übermacht ist, aber dennoch erst einmal abwartet, auf welche Art der Kumpel zunächst abgemurkst wird.
Auch die Effekte innerhalb der Gewaltszenen sehen nicht so knorke aus. Zwar wird ein Augapfel herausgepiekst, es gibt Nägel in die Hände, eine Enthauptung und einen Speer im Kopf, doch das Blut fließt nicht immer adäquat zur Verwundung, manchmal auch gar nicht, während zuweilen die billigen Latexeffekte durchschimmern. Erschwerend kommt hinzu, dass die Kamera besonders gegen Ende oftmals verpeilt ist, mächtig wackelt und Probleme hat, den passenden Fokus zu finden. Hinzu kommt die mangelhafte Ausleuchtung und schon bereitet das Dahinsiechen kaum noch Vergnügen.
Die durchweg schwachen Mimen und die dazugehörigen Schwachmatendialoge bilden also nur ein Manko innerhalb vieler Baustellen in diesem Slasher. Trotz okayer Kulisse kommt kaum Atmosphäre auf, vom Killer geht keine unheimliche Stimmung aus und bei alledem bleibt das Mitfiebern fast komplett auf der Strecke, obgleich das Tempo aufgrund einiger Szenenwechsel und voneinander getrennt flüchtender Teens gegen Ende kurzfristig angezogen wird.
Selbst eingefleischte Genrefans dürften mit diesem billigen Machwerk keinen unterhaltsamen Abend verbringen und sollten ihn demnach in der hintersten Videothekenecke liegen lassen, in der er schon bald zustauben dürfte.
3 von 10