Dschungelabenteuer trifft auf Lagerfilm: Vor allem das 1985 schon ziemlich abgedroschene WIP-Gerne hätte mit sofortiger Wirkung eine echte Frischzellenkur nötig gehabt. Regisseur Nello Rossati wollte jedoch mehr und mixte ein Liebesdrama vor historischem Hintergrund mit bei. Dazu gibt es einen erheblich größeren Produktionsaufwand und auch die Schauspieler versuchen mehr aus den Rollen zu machen anstatt nur ihre Texte auswendig zu sagen. Genützt hat es aber trotzdem nicht viel...
Zur Story: Kolumbien, 1951. Strafgefangener bricht aus dem Dschungellager aus und nimmt hübsche Millionärstochter als Geisel mit. Auf der Flucht kommen sich beide näher...
Das Quälendste an dem ganzen Film ist nicht nur die südamerikanische Hitze, sondern auch, dass über die gesamte Zeit hinweg kaum was passiert. Dieses Abenteuerdrama hat keinerlei Härtegrade und kann nur sehr bedingt dem Exploitation zugerechnet werden. Auch das Stockholm-Syndrom, wenn sich ein Opfer in seinen Entführer oder Peiniger verliebt, wurde viel zu oberflächlich und durchschaubar abgehandelt. Mit etwas dröhnender, theatralischer Musik und dem Faible des Regisseurs für Postkarten-Romantik bietet "Fuga" hingegen jede Menge Freiraum für Kitsch in malerischen Bildern. Die modelhafte Eleonora Vallone ist in jeder Szene eine Augenweide und darf sich mehrfach gut eingeölt präsentieren. Doch wäre ein spannendes, ideenreiches Drehbuch mindestens genauso wichtig gewesen, um die Grundlage für einen sehenswerten Film zu schaffen.
Fazit: Fade Flucht ohne Action oder echte Aufreger, sondern nur eine ereignislose Fluchtromanze mit schöner Photographie. 4 von 10 Punkten.