Review

  Ach, du Scheiße!

Was ist denn bitte mit Mary Lambert passiert, daß sie solch einen üblen Rotz drehen muß??!! Die Frau, die uns mit Friedhof der Kuscheltiere und dessen Nachfolger, sowie Düstere Legenden 3 wirklich feine Genrekost lieferte, hat entweder finanzielle Probleme oder akute Geschmacksverkalkung. Vielleicht auch beides, denn hinter dem netten Titel Clubland verbirgt sich eine trashige Übergurke fiesester Sorte. Nur, daß wir hier von der „traurigen" Sorte Trash reden. Das hat die arme Frau doch nicht verdient!

Ihre wirklich extrem Klischeeüberladene, megakitschige, superfett-überzogene, brutal ausgelutschte Musiker-in L.A.-Drama/Drogen-wannabe-RockNRoll-Story ist einfach so schlecht, daß man schon Hassgefühle bekommt. Alles wirkt schon mal wie ne zweitklassige Fernsehproduktion (ist es vielleicht auch?). Der ekelhaft chargierende Hauptdarsteller, ein Eddie-Vedder-Double zum Fremdschämen, nervt einfach nur. Die restlichen „Schauspieler" sind ebenfalls unterste Schublade. Selbst 1992, zur Hochzeit des Grunge, wäre dieser unrealistische, bis zu Schmerzgrenze überzogene Affentanz verschmäht worden. Die auftretenden Bands sind noch lächerlicher, als der Rest des Films, schmieriger, oberwaschlappiger Emo-Softrock – Kotz! Alle Szenen, die mit Live-Musik zu tun haben, sind unrealistisch und einfach nur beschissen. Die Konzerte sind völlig steril gefilmt und besitzen null Atmosphäre, hier versagt die Regie vollkommen. Die gesamte Produktion wirkt wie ein schlechter Witz, Clubland ist unbeschreiblich mies, man muß es so deutlich sagen. Lori Petty ist hier in ihrem neuem Tiefpunkt nach Tank Girl zu bestaunen, so was von unfaßbar lächerlich, scheiße und Wutausbruch-animierend... Wahnsinn. Das einzig Sehenswerte im Film ist die harte Schießerei gegen Ende, die im Kontext des Films aber auch völlig deplaziert wirkt. Schön auch der fett beworbene „Starauftritt" von Steven Tyler (Aerosmith), der steht nämlich für 5 Sekunden doof im Hintergrund rum.

Lambert begeht hier den offensichtlichen Fehler, eine bereits zur Genüge durchgekaute Thematik völlig ernst und mit Anspruch bearbeiten zu wollen - absolut und vollständig überflüssig. Erst recht mit diesen Knallchargen, dieser Drecks-Musik, dem vor Dummheit triefenden Drehbuch und dem anscheinend sehr bescheidenen Budget.
Mich wundert nur, daß Lambert 2001 in dem Episodenstreifen Strange Frequency zwei amüsante Geschichten beigesteuert hat, welche ebenfalls mit Musik zu tun haben und die echt gelungen sind. Verlernt hat sie’s also nicht.
Noch ein Wort zur deutschen Synchro: Unglaublich behindert und lachhaft angestrengt auf jugendlich getrimmt. Ich gehöre ja zu den Leuten, die immer wieder betonen, daß ein ausländischer Film nichts für seine deutsche Synchronisation kann. Hier hat ein schlechter Streifen aber einfach die entsprechende Synchro bekommen, welche ihn auf einem kleinen Trash-Partyabend sogar vor’m Totalabsturz bewahren kann (á la „Du kannst gleich die Fleischflöte lecken, wenn Du mich weiter voll laberst!" und „...Du Bratarsch!", wie in den 80ern, hrhr).

Eine echte Enttäuschung, kompletter Müll mit Nervtöt-Faktor 100. Mit gutem Willen und in Anbetracht des unfreiwilligen Humors noch knapp: 2/10

MovieMadness

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