Review

EXHIBITIONISTEN ATTACKE - der Titel lässt schon erahnen, dass es sich hierbei eventuell um einen riesigen Scheißdreck handeln könnte. Welche Abgründe sich aber hier wirklich auftun, lässt sich mit Worten kaum beschreiben.

Zunächst aber zur ... ich trau's mich kaum sagen ... "Handlung":
Ein verrückter Arzt funktioniert ahnungslose Patienten in "Exhibitionisten-Killer" um. Sein erstes Experiment misslingt jedoch und die Versuchsperson schafft es nach Hause zu flüchten. Um die Zeugen zu beseitigen, die durch diesen Vorfall über die üblen Machenschaften des Arztes bescheit wissen, erschafft jener weitere Killer, die, bevor sie zuschlagen, stets erstmal ihren Mantel öffnen und mit dem Schniedel schwingen ...

Quatsch hoch zehn. Unfug hoch tausend! Hirnrissiger geht's einfach wirklich nicht mehr!
Mir sind sämmtliche Ittenbach- und Rose-Filme bekannt und auch deren Werke erschienen mir von der Produktionsweise her recht amateurhaft zu sein. Was Jochen Taubert einem aber hier darbietet, schlägt dem Fass den Boden aus!
Die Story ist nicht nur saublöd (wieso erschafft ein Arzt "Exhibitionisten-Killer"?!?!?), sondern auch noch übelst plump, unprofessionell und vor allem billigst in Szene gesetzt.

Ich versuche mal einen Bruchteil des hier gebotenen Dilettantismus wiederzugeben:
- die Kameraoptik erinnert an alte "Bitte lächeln"-Homevideos oder an das Video von Opas Siebzigsten
- die "Schauspieler" sind unsagbar grottig und amateurhaft (Kindergartenkinder, die "Hänsel & Gretel" vortragen, können besser schauspielern!!!), schauen oft versehentlich in die Kamera und haben wahrscheinlich alle Mühe nicht über den Stuss zu lachen, den sie da fabrizieren,
- die Dialoge versteht man oft garnicht, weil die Hintergrundmusik (ein nerviges Techno-Gedudel) viel zu laut ist. Dies ist allerdings nicht allzu schlimm, da den ganzen Film lang ohnehin nur Scheiße gelabert wird,
- die "Action-Szene" sehen z.B. so aus, dass jemand 20 Zentimeter über dem Boden schwebend vom Dach hängt
u.v.v.v.m.

Man kann also mit Recht sagen, dass an diesem Film einfach alles, und ich meine wirklich alles ohne Ausnahme (!!!), grottenschlecht ist. Wenn man aber behauptet, der Film sei einfach nur Scheiße und der hinterletzte Dreck, dann stimme ich dem nur teilweise zu...

.. denn: Alle oben aufgezählten Dämlichkeiten und cineastischen Todsünden sind zwar definitiv so blöd, dass man sich an den Kopf fassen muss, sorgen aber auch gewaltig für Stimmung. Ich bin mir echt nicht sicher, ob der Regisseur dies mit diesem Machwerk bezwecken wollte, aber mein Zwerchfell hat gebebt, als ich mir EXHIBITIONISTEN ATTACKE mit ein paar Kumpels in feuchtfröhlicher Runde zu Gemüte führte.
Für einen netten Abend zu zweit ist der Streifen definitiv ungeeignet, partytauglich ist der Film aber allemal.

Laut DVD-Cover liegt die Laufzeit dieses Machwerks bei ca. 70 Minuten, was eine angemessene Länge gewesen WÄRE. In Wahrheit dauert der Streifen aber sage und schreibe 20 Minuten länger als angegeben, im Endeffekt also 90 Minuten. Nach einer Stunde neigt sich der Spaßpegel aber gewaltig und man ersehnt das laut Cover baldige Ende herbei. Gen Ende muss man echt stark sein um durchzuhalten, denn wenn der Humor abgenutzt ist, macht sich gähnende Langeweile breit.

Noch ein Minuspunkt, den alle Splatterheads da draußen dem Film ankreiden dürften: die DVD-Hülle verspricht uns, ich zitiere, einen "blutigen Metzel-Marathon". Der Splatter sieht aber nur so aus, dass irgendein Darsteller kreischend am Boden liegt und diesem dann etwas Kunstblut ins Gesicht gespritzt wird. Außerdem hat der Regisseur anscheinend von irgendwo her einige widerliche OP-Aufnahmen aus dem Inneren des menschlichen Körpers geklaut und diese als Ekel-Szenen in diesem Machwerk verbraten. Mehr an Gore wird einem aber, wahrscheinlich aus Kostengründen, nicht geboten.

EXHIBITIONISTEN ATTACKE ist aber dennoch wegen seiner unbeschreiblich billigen Machart, seinen unzähligen "Pannen", seiner zum Himmel schreienden Blödheit und vor allem wegen dem daraus entstehenden (unfreiwilligen) Humor sehr sehenswert und hat das Potential im Trash-Film-Freundeskreis Kultstatus zu erreichen.

Also definitiv das der richtige Film für den nächsten Bierabend, auch wenn sich der Humor teilweise darauf beschränkt, dass man seine Freunde dazu bringt sich so einen Scheißdreck anzusehen.
Mein Fazit daher: "Prost!"

Details
Ähnliche Filme